Hecht am Krautfeld des Altmühlsees
Altmühlsee: Hecht am Krautfeld

18,5 Quadratkilometer Wasser, im Mittel kaum zwei Meter tief: Der Altmühlsee bei Gunzenhausen ist ein Revier, in dem der Hecht seine Deckung nicht weit suchen muss. Zum Abend hin verschiebt sich das Licht über die flachen Uferzonen, und entlang der Krautfelder entstehen kurze, harte Beißfenster. Besonders interessant sind Kanten zwischen etwa einem halben und zwei Metern Tiefe, offene Lücken im Pflanzenband und windzugewandte Ufer.
Der Hecht steht dort selten mitten im freien Wasser. Er nutzt das Kraut als Tarnung und schießt aus dem grünen Rand in vorbeiziehende Beute. Winddruck auf die Krautlinie bringt Bewegung in das flache Wasser und macht solche Stellen noch auffälliger. Für den Rundgang reicht deshalb eine überschaubare Köderauswahl: ein leichter Spinnerbait für die Lücken und ein flach laufender Wobbler für die saubere Außenkante.
Flach führen, Pausen setzen
Ein Wobbler von acht bis zwölf Zentimetern läuft knapp über dem Kraut und darf mit langsamen Stop-and-go-Pausen präsentiert werden. Der Spinnerbait im Bereich von sieben bis zehn Zentimetern spielt seine Stärke aus, wenn einzelne Halme oder kleine Buchten abgefischt werden. Kurze Würfe parallel zur Kante sind oft ergiebiger als weite Würfe ins offene Becken, weil der Köder länger in der Hechtzone bleibt.
Der Abend beginnt am besten an einer windzugewandten Uferseite und führt von Krautfeld zu Krautfeld. Auffällige Übergänge verdienen mehrere Würfe aus verschiedenen Winkeln, bevor der nächste Abschnitt folgt. Auch die Altmühl bei Muhr am See und der Altmühlüberleiter gehören in der Region zu bekannten Angelzielen, doch am Altmühlsee entscheidet häufig der stille Uferwechsel: Ein letzter Wurf streift die dunkle Krautkante, während über Franken bereits das Abendlicht liegt.