Kieslaicher am Oberrhein bei Iffezheim
Iffezheim: Kies, Strömung und wandernde Rheinfische

Rund 11 bis 12,5 Meter Höhenunterschied überwindet der Fischpass an der Staustufe Iffezheim. Auf engem Raum bündelt sich dort die Wanderung zahlreicher Rheinfische. Barbe und Nase gehören zu den häufigsten Arten am Pass, weil sie nicht nur tiefe Rinnen nutzen, sondern gezielt flach überströmte Kiesflächen aufsuchen.
Warum die Schotterbank entscheidend ist
Beide Arten sind typische Kieslaicher. Zur Laichzeit suchen sie Bereiche mit kräftiger, gleichmäßiger Strömung und sauberem Untergrund. Die Nase streift dabei dicht über dem Kies, während Barben mit ihrem kräftigen Körper auch härtere Strömungskanten halten. Zwischen den Steinen liegen später die geschützten Entwicklungsräume für den Nachwuchs.
Am Oberrhein bei Iffezheim werden solche Strukturen durch regelmäßige Geschiebezugaben unterstützt. Seit 1978 gelangen im Abschnitt zwischen Rhein-Kilometer 336 und 338 im Durchschnitt etwa 173.000 Kubikmeter Kies-Sand-Gemisch pro Jahr in den Fluss. Dadurch bleiben flache Bänke, Rinnen und überströmte Kanten als Lebensraum erhalten, obwohl der Rhein durch die Staustufen stark verändert ist.
Für Angler und Beobachter liegt der Reiz in den wechselnden Tiefen. Hinter einer Kieszunge läuft das Wasser plötzlich ruhiger, an der Außenseite entstehen harte Zugbahnen. Dort ziehen Barben und Nasen entlang, während Rapfen die oberen Wasserschichten nutzen und Wels, Zander oder Hecht tiefere Kanten besetzen. Eine Wathose ermöglicht den sicheren Blick auf die Strömungsstruktur, ohne die empfindlichen Kiesflächen unnötig zu betreten.
Der Fischpass macht sichtbar, wie eng Wanderung und Laichraum verbunden sind. Wenn am Abend das Licht flach über den Rhein fällt, zeichnen sich zwischen den weißen Schottersteinen dunkle Fischkörper ab; die Strömung rauscht weiter, und über der Kiesbank stehen die Nasen gegen den Zug des Wassers.
Empfohlen: Polarisationsbrille für klare Sicht