Chiemsee-Steckerlfisch: Renke am offenen Feuer
Chiemsee-Steckerlfisch: Renke, Rauch und Abendlicht

Am Chiemsee gehört die Renke, auch Felchen genannt, zu den Fischen, die nach einem langen Tag am Wasser direkt über dem Feuer landen. Der Steckerlfisch braucht keine feine Restaurantküche: eine ausgenommene Renke, Salz, Pfeffer, Paprika, Kräuter, etwas Knoblauch und gutes Öl reichen. Kopf und Schwanz bleiben am Fisch, damit er beim Braten seine Form behält.
Der Holzspieß führt am Rückgrat entlang
Für die klassische Zubereitung wird der Holzspieß vom Maul aus längs durch den Körper bis zum Schwanz geführt. Die Haut erhält vorher mehrere flache Schnitte, damit die Marinade aus Öl, Gewürzen und gelegentlich einem Spritzer Zitronensaft tief genug einzieht. Über ruhender Holzkohle liegt die Renke schräg zur Glut. Offene Flammen würden die Haut verbrennen und das feine Fleisch austrocknen.
Je nach Größe dauert das Garen ungefähr zwanzig Minuten, kräftigere Fische brauchen länger. Eine Grillzange hilft beim vorsichtigen Drehen, wenn die Haut bereits fest geworden ist. Erst die eine Seite, dann die andere: So wird die Oberfläche knusprig, während das Fleisch saftig bleibt. Zum Schluss bekommt der Fisch an den Flanken noch kurze Hitze, bis sich ein würziger Duft über den Uferplatz legt.
Rund um den Chiemsee wird die Renke auch geräuchert, im Brötchen serviert oder als ganzer Fisch auf den Tisch gebracht. Hecht, Barsch, Zander, Brachse und Seesaibling gehören ebenfalls zur regionalen Fischküche, doch der Steckerlfisch lebt von seiner Schlichtheit. Neben dem Chiemsee pflegen auch Orte am Waginger See diese Verbindung aus See, Holz und Glut. Im letzten Licht glänzt die goldbraune Haut, während vom Rost leise Fett in die Kohlen tropft.
Empfohlen: Grillzange aus Edelstahl