Abendliche Wanderungen des Aals an der Unterelbe
95.000 Jungaale 2026: Aalzüge in Norderelbe und Süderelbe

In der Unterelbe bei Hamburg beginnen die aalaktiven Abendzüge meist ab der wärmeren Dämmerung: praktisch ab spätem Mai/Juni bis in den September, mit Spitzen oft eine bis zwei Stunden vor und nach Hochwasser.
Die besten Einfallstellen sind klare Übergänge: Steinschüttungen, Spundwände, Hafenbecken und Buhnenköpfe sowie Kanten von flach zu tief. An Pfeilern und Einläufen bilden sich Wirbel, dort bleibt das Blei liegen und Aale nutzen den Strömungsschatten – lokal spricht man kurz: in die Wirbel fischen.
Montage und Gewichte
Ansitz rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit aufbauen. In ruhigen Verwirbelungen sind 120–150 g gängiger Praxiswert; im Hauptstrom kommen 100 g bis 200 g+ zum Einsatz. Kurzes Vorfach von 50–60 cm mit einem 4er Aalhaken ist bewährt. Festblei- oder Laufmontage funktionieren, Hauptsache der Köder liegt präsent im Strömungsschatten.
Als Köder gilt der halbe Tauwurm als Standard, bei kleineren Aalen auch der ganze Tauwurm; robust präsentiert, damit er in der Strömung hält. Spots mit Besatz – Norderelbe, Süderelbe, Dove-Elbe, Gose-Elbe und die Alsterkanäle – bringen abendliche Bewegungen.
Wenn die Flut einsetzt, den Biss ruhig abwarten und das Vorfach kurz halten; am Ufer sieht man dann oft nur ein sanftes Einsinken der Spitze. Nebel über der Elbe, glimmende Hafenlichter und leise Zupfer an der Schnur — so laufen die Abendzüge.