Finkenwerder Scholle aus Hamburg
Finkenwerder Scholle: Hamburgs Geschmack der Elbe

Am westlichen Rand Hamburgs, dort, wo Finkenwerder als altes Fischerdorf an der Elbe liegt, gehört die Scholle seit Generationen zum Duft der Hafenluft. Auf Plattdeutsch klingt der Fisch nach „Scholl“ oder „Finkwarder Scholl“. Auf dem Teller landet er klassisch mit goldener Haut, ausgelassenem Speck und weich geschmorten Zwiebeln.
Die Zubereitung bleibt angenehm bodenständig. Eine ganze Scholle oder ein Filet wird gesäubert, gesalzen, mit etwas Zitrone beträufelt und dünn in Mehl gewendet. In Butter, Öl oder dem Fett des Specks brät der Fisch, bis die Oberfläche kräftig goldbraun ist. Filets brauchen in der heißen Pfanne nur wenige Minuten je Seite; ein ganzer Fisch darf länger brutzeln.
Speck, Zwiebeln und eine knisternde Pfanne
Für die Beilage wandern kleine Speckwürfel zuerst in die gusseiserne Pfanne. Sobald sie knusprig werden, folgen Zwiebelringe, die im würzigen Fett langsam Farbe annehmen. Danach kommt die Scholle hinein oder wird neben dem Speck gebraten. Dill oder Petersilie, schwarzer Pfeffer und ein letzter Spritzer Zitrone setzen klare Akzente, ohne den feinen Geschmack des Plattfischs zu überdecken.
Besonders beliebt ist die Maischolle aus dem Frühjahr, deren Fleisch zart und saftig gilt. In Finkenwerder passt dazu kein kompliziertes Beiwerk: Kartoffeln, ein grüner Salat oder schlicht eine Scheibe Brot reichen völlig. Spät am Abend, wenn über der Elbe Nebel zwischen den Kränen hängt, zischt das Speckfett noch einmal auf, und der Teller glänzt im warmen Licht der Hafenküche.
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