Der Huchen der Isar
Der Huchen der Isar: König im Kehrwasser

1,50 Meter Länge und bis zu 50 Kilogramm Gewicht machen den Huchen zu einem echten Flussriesen. An der Isar bei München trägt Hucho hucho den alten Namen Donaulachs, in Bayern auch Rotfisch. Besonders zwischen Corneliusbrücke, Flaucher und Flauchersteg erzählt sich seine Geschichte: Dort patrouilliert der größte heimische Salmonide durch kiesige Rinnen und tiefe Gumpen.
Der Huchen ist kein Hecht mit Lachskörper, sondern ein standorttreuer Lauerjäger. Hinter einer Buhne, an der Strömungskante oder im Schatten eines Kehrwassers wartet er, bis ihm die Strömung einen Happen serviert. Genau dort sammeln sich die großen Fische, die ein Räuber mit sicherem Instinkt verfolgt. Ein kurzer Lichtblitz im dunklen Wasser kann deshalb den ganzen Abend verändern.
Warum der große Streamer zählt
Beim Fliegenfischen wird der Köder tief, langsam und mit Druck geführt. Ein 15 bis 25 Zentimeter langer Streamer erzeugt Silhouette und Verdrängung, die der Huchen als kräftige Beute wahrnimmt. Die Montage läuft an einer schweren Sinkspitze quer oder leicht stromab bis an die tiefe Kehrwasserzunge. Feine Forellentaktik bleibt hier außen vor; Masse, klare Bewegung und ein sauberer Kontakt zählen.
Die Münchner Isar bietet dafür ein passendes Bühnenbild. Auf rund acht Kilometern wurde der Fluss naturnäher gestaltet, mit Kiesgrund, kräftiger Strömung und wechselnden Rinnen der Äschenregion. Nach kalten Nächten wirken die Gumpen besonders geheimnisvoll. Im Frühjahr ziehen Huchen zu flachen Kiesplätzen, wo ein Weibchen ungefähr 30.000 Eier ablegen kann.
Am Ufer bleibt der Fisch meist unsichtbar, doch seine Spur liegt in der Landschaft: ein dunkler Schatten hinter dem Kehrwasser, ein schwerer Druck auf der Schnur, dann Stille. Zwischen Flaucher und Flauchersteg klingt die Isar weiter, während unter der Oberfläche der Donaulachs durch die Münchner Nacht zieht.
Empfohlen: Schwere Sinkspitze zum Fliegenfischen