Der Kölner Salmenfang am Rhein
Kölner Salmenfang am Rhein
1779 brachte der Werb bei Sankt Goar laut historischen Berichten 8.159 Pfund Salmen ein. Zwischen Felsen, Strudeln und tiefem Fahrwasser lagen die kleinen Hütten der Rheinfischer. Ihr Fang begann dort, wo der Atlantiklachs flussaufwärts zog und sich in den kühlen Nebenflüssen des Rheins fortpflanzen wollte.

Gefischt wurde mit großen Netzen, die in strömungsreichen Abschnitten ausgebracht wurden. In Niederspay kam dafür ein etwa 15 Meter langer Holznachen zum Einsatz, schwer und lang genug, um Gerät und Fang sicher auf dem Rhein zu halten. Die Fischer kannten jede Rinne, jede Kehrströmung und die Stunden, in denen der Salm dicht unter dem Ufer stand.
Vom Fangplatz auf die Kölner Salmenbank
In Köln landete der Fisch am Fischmarkt. Auf den sogenannten Salmenbänken wurde der Lachs frisch zerlegt oder eingesalzen angeboten. Der Markt war Handelsplatz und Bühne zugleich: Salz, Rauch, nasses Holz und der kräftige Geruch des Rheins gehörten zum täglichen Bild. Lachs war so vertraut, dass historische Preisangaben aus dem Jahr 1925 für den Mittel- und Niederrhein noch sechs bis acht Mark je Kilogramm nennen.
Auf den Tellern erschien der Salm gebraten, gekocht oder aus dem Fass. Ein Räucherofen verlieh ihm jene dunkle, würzige Note, die bis heute zur deutschen Fischküche gehört. Neben dem Rheinlachs kamen Hecht, Zander, Barbe, Rapfen, Wels und Äsche auf den Markt; am Kölner Rhein wurden auch Meerforellen als Wanderfische bekannt.
Der Rheinlachs verschwand im 20. Jahrhundert fast vollständig aus dem Strom. Heute kehrt er durch Wiederansiedlung langsam zurück, besonders die Sieg bei Bonn gilt wieder als wichtiges Laichgewässer. In Spay erinnern Salmgasse und die alten „Salmeknüppel“ an eine Zeit, in der bei Nacht nur das Schlagen der Riemen und das Platschen des Netzes zu hören war.
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