Döbelpirsch am Main bei Würzburg
Abendpirsch auf Döbel am Main bei Würzburg

Bei Main-km 252,51, an der Staustufe Würzburg, beginnt eine der reizvollsten kurzen Abendtouren für Döbel. Wenn das Licht flach über den Fluss fällt, stehen die kräftigen Friedfische selten mitten in der Hauptströmung. Sie suchen die ruhigen Seiten von Buhnenköpfen, flachen Uferkanten und Kehrwassern, in denen die Strömung Nahrung sammelt.
Unter den Platanen am Würzburger Main liegt der Schlüssel oft direkt über dem Wasser. Käfer, kleine Landinsekten und andere Beute fallen von den Ästen und treiben nur wenige Meter ab, bevor ein Döbel aus dem Schatten schießt. Eine kleine Käferimitation wird deshalb nicht laut auf die Oberfläche gesetzt, sondern möglichst dicht an überhängende Zweige oder an die Innenkante einer Buhne geworfen.
Leichtes Gerät, präzise Würfe
Für diese Pirsch reicht eine leichte Spinnrute von etwa 2,10 bis 2,40 Meter Länge mit 5 bis 15 Gramm Wurfgewicht. Dünnes Geflecht, ein unauffälliges Vorfach und ein kleiner Oberflächenköder halten das Gerät fein genug für vorsichtige Fische. Entscheidend ist nicht die Wurfweite, sondern ein sauberer Einwurf ohne Platscher. Bleibt der Köder kurz reglos liegen, folgt der Biss häufig unmittelbar danach.
Besonders interessant sind die Übergänge unterhalb der Staustufe und die strömungsberuhigten Seiten der Buhnenfelder. Dort sammeln sich Rotaugen, Brassen und andere Nahrung, während Döbel die Kante kontrollieren. Auch Rapfen und Zander nutzen solche Bereiche, weshalb jeder Wurf konzentriert geführt wird. Zwischen Würzburg, Veitshöchheim und Zellingen wechseln sich schnelle Rinnen, Steinpackungen und stille Taschen ab. Im letzten warmen Abendlicht spiegelt sich dann die Platanenreihe im Main, während unter der Oberfläche ein großer Döbel den Käfer von der Strömung nimmt.
Empfohlen: Käferimitation für Oberflächenbisse