Wels im Neckar bei Heilbronn
Wels im Neckar: Nachtjäger bei Heilbronn

Am Osthafen Heilbronn liegen die Chancen auf einen großen Wels dort am höchsten, wo Tiefe, Deckung und Strömung zusammenkommen. Hafenbecken, Spundwände und die Fahrrinne bilden markante Kanten. Bei sinkenden Temperaturen ziehen sich die Fische in die tiefsten Bereiche des Neckars zurück, während sie im Sommer auch flachere Zonen an warmen Einläufen kontrollieren.
Warme Einläufe und dunkle Kanten
Besonders interessant ist das Spitalwasser mit dem Einlauf zum Wilhelmskanal bis zur Inselspitze. Der warme Kanal lockt Beutefische an und schafft ein eigenes Mikroklima. Dort stehen neben kapitalen Karpfen auch Welse. Schleusen und Hafenmündungen sind starke Plätze, weil die Strömung Nahrung bündelt und Unterwasserhindernisse den Räubern Deckung geben.
Die beste Phase reicht am Neckar meist von Mai bis September. Liegt die Wassertemperatur längere Zeit über 20 Grad, werden Juli bis September zur Kernzeit. Der Wels nutzt dann die Nachtströmung, zieht an Spundwänden entlang und wartet an der Grenze zwischen ruhigem Wasser und dem Hauptstrom. Ein Biss kann direkt an der Kante kommen, oft nur wenige Meter vom Ufer entfernt.
Auch die Uhrzeit folgt keinem starren Muster. Nacht und früher Morgen bleiben besonders spannend, doch bei passenden Bedingungen fangen Heilbronner Angler Welse sogar in der Mittagssonne. Für die Suche zählen weniger die Uhr als Wasserstand, Temperatur und Strömungsbild. Ein schweres Welsvorfach, kräftige Rute und zuverlässige Rolle gehören an diese Plätze, denn der erste Fluchtstoß geht oft sofort in Richtung Hindernis.
Beim Klopfen wird der Köder aufmerksam präsentiert, während tiefe, strömungsarme Bereiche sorgfältig abgesucht werden. An einem Sommerabend beginnt die Strecke am Hafenbecken, führt zur Einlaufkante und endet an der Fahrrinne. Wenn die Lichter auf dem Neckar spiegeln, schiebt sich unter der Spundwand ein breiter Schatten durch die Nachtströmung.
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