Biber schaffen Fischkinderstuben
Wie Biber Flüsse für Fische umgestalten

Unerwarteter Ökologischer Ingenieur
Der Eurasische Biber (Castor fiber) hat in deutschen Flusslandschaften eine Rolle übernommen, die weit über symbolische Wiederansiedlung hinausgeht. In Havel- und Elbe-Nebenarmen sowie in Flusstälern Brandenburgs und Niedersachsens schaffen Dämme, Staue und Seitenarme neue Stillwasserzonen, Schlammwälle und vernetzte Auenbereiche. Diese Strukturen erhöhen die Habitatkomplexität, fördern Nahrungsnetze und bieten Jungfischen Schutz vor Strömung und Räubern.
Konkreter Nutzen für Fischgemeinschaften
Hecht, Zander, Karpfen und zahlreiche Weißfische profitieren von flachen, vegetationsreichen Aufwuchsflächen, die Biber anlegen. Selbst in Nebenarmen von Rhein und Donau dienen solche Rückzugsgebiete als Aufwuchs- und Aufzuchtflächen für junge Lachse und Forellen nach Renaturierungsmaßnahmen. Die neue Ufervegetation steigert zudem die Produktion von Insektenlarven und Wirbellosen – Grundbausteine für fry- und juveniles Wachstum.
Überraschung für Angler und Naturschützer
Für Angler in Deutschland, wo mehr als drei Millionen Lizenzinhaber Fischreviere kennen, ist die stille Arbeit der Biber ein kleiner ökologischer Quantensprung: Ohne große technische Eingriffe entstehen flussnahe Kinderstuben, die langfristig zur Erholung einst degradierten Bestände beitragen können. Monitoringprojekte in der Müritz-Region und am Edersee dokumentieren bereits messbare Zuwächse an Jungfischdichten, während Eisvogel, Graureiher und Fischotter die vernetzten Gewässer als Jagd- und Lebensraum nutzen.