Biber schaffen Kinderstuben für Fische
Biber schaffen Kinderstuben für Fische

Wie wasserbauliche Strukturen Lebensräume formen
Die Rückkehr des Europäischen Bibers (Castor fiber) hat in deutschen Flusslandschaften wie Havel, Elbe und in Seenregionen Mecklenburg-Vorpommerns eine weniger bekannte ökologische Wirkung: Durch Dämme, Altgewässer und überflutete Uferzonen entsteht eine Mosaikstruktur, die Fließgewässer in vielfältigere Lebensräume verwandelt. Solche Strukturen bieten ruhige Kinderstuben für Jungfische wie Hecht und Barsch, fördern Makroinvertebraten als Nahrungsbasis und schaffen mit Totholz Verstecke vor Räubern.
Konkrete ökologische Effekte
Feldbeobachtungen in Brandenburg und an Elbnebenarmen dokumentieren erhöhte Biomasse an Kleintieren und dichter bewachsene Randbereiche, die als Laich- und Aufwuchsgebiete dienen. Die von Bibern geschaffene Sedimentablagerung und Pflanzenaufwuchs verändern Licht- und Nährstoffverhältnisse so, dass Uferökotope produktiver werden. In manchen Fällen ergänzen diese Strukturen bereits historische Erfolge wie die Wiederansiedlung des Lachses im Rhein, indem sie die Vernetzung von Laich- und Aufwuchsrevieren innerhalb ganzer Flusssysteme unterstützen.