Bodensee‑Felchen: Rauch und Handwerk
Konstanz: Blaufelchen ziehen bis etwa 60 m Tiefe im Bodensee.

Die Geschichte des Felchens ist hier kein Mythos, sondern Alltag am Steg. Blaufelchen, Gangfisch und Sandfelchen bilden das Menü eines ganzen Seeufers; ihr Fleisch ist hell, fein und eignet sich bestens zum Räuchern oder Braten.
Netze, Laich und Tiefe
Fischer vor Konstanz setzten Netze im Sommer oft auf 15–25 m, beim Laichgang auf 0–9 m; das Maximum lag historisch bei 8–10 m. Sandfelchen erreichen stattliche Längen, Blaufelchen lebt pelagial und geht bis rund 60 m, was den Fang zur Kunst macht.
Das Konservieren folgte einfachen Regeln: Nacht in einer 8% Salzlake, kurz trocknen bei etwa 90°C für 45 Minuten, dann 45 Minuten Rauch bei 70–90°C – zusammen rund 1,5 Stunden. Ergebnis: ein elastischer Bissen, dezenter Rauch, wenig Gräten.
Die Uferkneipen und Räuchereien in der Region übernahmen die Technik, der Duft von Olchenspänen gehört zum Abend am See. Moderne Beobachtungen zeigen Verschiebungen der Bestände bis in tiefere Zonen; dennoch bleibt der felchenreiche Teller an vielen Konstanzer Tischen ein lebendiges Stück See.
Empfohlen: Salzlake-Spritze Set