Bürgerkameras zeigen Februar‑Zander
Bürgerkameras an der Elbe enthüllen Februar‑Vormarsch der Zander

DIY‑Technik und lokale Netzwerke
Anglervereine und Freiwillige in Sachsen‑Anhalt, unter anderem aus Magdeburg und Dessau, betreiben seit kurzem ein Flickwerk kostengünstiger Unterwasserkameras an Uferstellen der Elbe. Die Geräte, oft mit offener Elektronik gesteuert und mit einfachen Gehäusen geschützt, werden gezielt an Eisrändern und an Wärmeeinleitungen platziert. Regionaler Erfahrungsaustausch und Datenlieferungen an Fischökologen der Martin‑Luther‑Universität Halle‑Wittenberg haben das Projekt professionalisiert.
Überraschende Verhaltensänderung im Februar
Aufnahmen zeigen, dass Zander (Sander lucioperca) bereits im späten Februar tagsüber in dichten Gruppen an thermischen Schwellungen und offenen Eisspalten stehen — deutlich früher als in traditionellen Fangkalendern vermerkt. Die Tiere nutzen konstante Wassertemperaturen und veränderte Lichtverhältnisse, um in frühen Stunden intensiv zu fressen.
Bedeutung für Angler und Flussökologie
Für Angelnde führt die Beobachtung zu einem Vorziehen der Zielfisch‑Strategien von Nacht‑ auf Tageszeiten; zugleich weist das Verhalten auf verschobene Fraßdruckspitzen gegen Weichtiere und Schwarmfische wie Rotauge und Barsche hin. Solche saisonalen Verschiebungen beeinflussen Nahrungsnetze im Spätwinter und machen die Elbe zu einem Modellfall, wie Bürgerwissenschaft lokale Fischökologie und Freizeitkalender verändert.