Fischerei gefährdet Delfine und Meeressäuger
Gefahren durch Fischerei für Delfine und Meeressäuger

Die industrielle Fischerei gilt als zentrale Bedrohung für marine Ökosysteme. Technisch hochgerüstete Flotten entziehen den Beständen Nahrung, verändern Nahrungsnetze und schädigen Lebensräume. Nach Untersuchungen fangen rund 35.000 Industrieschiffe mehr als die Hälfte des globalen jährlichen Fangs; der Rest verteilt sich auf Millionen kleinerer Boote.
Ausmaß der Überfischung
FAO- und unabhängige Studien zeigen, dass über 70 Prozent der kommerziellen Bestände bereits überfischt oder erschöpft sind. Wenn eine Art zurückgeht, verlagert sich der Fischereidruck auf andere Bestände. Wissenschaftler warnen, dass ohne tiefgreifende Veränderungen in einigen Projektionen vor 2050 kaum noch kommerziell genutzter Seefisch in den Ozeanen verbleiben würde.
Beifang: stille Todesursache
Stell-, Schlepp- und Treibnetze gelten als besonders tödlich für Delfine, Schweinswale und andere Meeressäuger. Das Biosonar vieler Arten erfasst feine Netzfasern nicht; Tiere verfangen sich und ertrinken. Schätzungen internationaler Organisationen gehen von jährlich Hunderttausenden betroffenen Meeressäugern aus.
Politische Lücken und Handlungsmöglichkeiten
Obwohl Maßnahmen wie selektive Fangtechniken, feste Quoten, Schongebiete und zeitlich begrenzte Sperrzonen bekannt und empfohlen sind, bleibt die Umsetzung unzureichend. Subventionen für Flottenausbau und lobbypolitische Einflüsse blockieren häufig effektiven Schutz.
Empfehlungen für Schutz und Verbraucher
Naturschutzorganisationen fordern die Einführung verbindlicher Beifangreduktionsmaßnahmen, den Ausbau von Schutzgebieten und strengere Quoten. Auch Verbraucher können beitragen: Weniger Fisch essen, Arten mit hoher Beifangrate meiden und nachhaltige Fangmethoden kritisch prüfen. Nur kombinierte Maßnahmen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft können den Druck aus den Meeren nehmen und Delfinen langfristig Überlebenschancen sichern.