Riesenfänge: Deutschlands Monsterfische
Riesenfänge und Legenden: Deutschlands Monsterfische

Rekorde und Realität
In deutschen Binnengewässern werden seit Jahrzehnten Erzählungen über «Monsterfische» weitergegeben: Welse (Silurus glanis) aus Donau und Elbe, über zweimeterige Hechte (Esox lucius) aus der Müritz und kapitale Karpfen (Cyprinus carpio) aus Seen wie dem Bodensee gehören zu den meistzitierten Rekordgeschichten. Viele spektakuläre Angaben stammen aus Anglerforen und Lokalzeitungen, doch hinter den Legenden stehen auch verifizierte Befunde: mehrfach dokumentierte Welse über zwei Meter haben das Bild von Deutschlands Binnenfischfauna nachhaltig geprägt und lokale Mythen angefacht.
Die überraschende wissenschaftliche Rolle
Ein weniger bekannter Aspekt dieser Rekordfänge ist ihr wissenschaftlicher Wert: besonders große Fische aus Donau, Elbe oder Edersee wurden museumstechnisch konserviert oder für Laboranalysen genutzt. Institutionen wie das Senckenberg Naturmuseum oder das Museum für Naturkunde haben Exemplare und Proben als Referenzmaterial erhalten; Untersuchung von Otolithen, Schuppen und Gewebe liefert Alter, Wachstumsraten und Umwelthistorie. Solche «Einzelfälle» fungieren damit als biologische Zeitkapseln, die neben der Jagd nach Rekorden auch Aufschluss über Jahrzehnte der Wasserqualitätsentwicklung und die Rückkehrarten wie den Lachs im Rhein geben.