Hechtbraten am Deutschen Eck
Am Deutschen Eck in Koblenz prägte der Hecht die Tafel der Schiffer.

Am Schnittpunkt von Rhein und Mosel lagen Buhnen, Kehrwasser und Steinpackungen als Hotspots; dort wurden Hechte an Leinen und mit Kunstködern gefangen, genau wie Zander und Barsch. Die Rheinschifferkochkunst nutzte das: magerer Räuber, aber kräftiger Geschmack.
Schiffsköche rösteten Speck, zogen Brühen aus Knochen und gaben Wacholder, Lorbeer und schwarzem Pfeffer zu, damit der Hechtbraten nicht trocken fiel. Dünne Filets kamen kurz in die Pfanne, dickere Stücke wurden geschmort oder am Spieß gebraten.
Technik und Gerät
Spinnfischen mit Gummifisch war üblich, im Herbst zeigte der Rhein seine besten Fänge. Am Ufer lagen Kescher bereit, an Bord eine Lösezange und Maßband, pragmatische Ausrüstung neben Kochkiste und Blechpfanne.
Die Küche am Kai war einfach: Zwiebeln, Speckwürfel, Essig, etwas Bier als Schmorflüssigkeit, dunkles Brot zum Auftunken. Rezepte wandelten sich langsam, blieben aber rustikal — direkte Hitze, Raucharoma, kräftige Gewürze.
Ein Hechtbraten, der auf glühender Kohle über dem Rheinduft zischte, gehörte zur Abendstunde; Flusslicht auf Silberhaut, das Rauschen der Wellen und der stechende Duft von gebratenem Fisch.
Empfohlen: Faltbarer Kescher