Hechtgrillen am Rhein
Deutsches Eck, Koblenz: Hechtgrillen seit den 1950er Jahren

Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel wurden Hechte zu Markenzeichen des Sommers; lange, torpedoförmige Fische von 60–90 cm tauchten an Steinspundwänden in 1,5–3 m Tiefe auf. Angler setzten Spinnruten 2,4–2,7 m, 15–25 lb Schnüre und 12–20 g beschwerte Kunstköder ein, suchten Unterspülungen und versunkene Wurzeln.
Auf der Terrasse von Ehrenbreitstein und am Moselstein wandelten einfache Bierbänke in offene Küchen: Holzkohle, ein schlichter Grill und Kräuterbutter, dazu Riesling aus den Moselsteillagen. Der Geruch von verkohlter Haut, heißer Butter und saurem Wein zog Familien und Nachbarn an.
Fangplätze, Technik, Geschmack
In ruhigeren Moselstrecken versteckt sich der Hecht eher in flacheren Kiesfeldern von 0,8–1,5 m; dort kamen leichtere 10–15 g Köder und Fluorocarbon‑Vorfächer zum Einsatz. Spinnköder, Spinner und kleine Gummifische ergänzten die Taktik. Nach dem Petri Heil wurden Filets geteilt, Rezepte weitergegeben.
Die Tradition lebt in Lahnstein und in der Altstadt von Koblenz fort: bei Sommerabenden erzählen Ältere von Sporkenburger Hof‑Treffen, während junge Angler mit Ersatzschleifen ködern. Auf der Moselbank glimmt die Kohle, der Duft von Kräuterbutter steigt auf, während der Rhein leise fließt.
Empfohlen: Kohlegrill tragbar