Isar-Streamer: München und die Bachforellen-Tradition
Die Isarfischer e.V., gegründet in den 1920er Jahren, pflegen eine lebendige Streamertradition

Die Isarfischer lehrten früh die kurze Streamerführung für die Bachforelle (Salmo trutta fario), eine Technik, die bis heute im Flussbett südlich der Wittelsbacherbrücke sitzt. In schnellen Kiesstrecken und im Auer Mühlbach fühlen sich Forellen von 0,7–0,9 kg wohl; vereinzelt tauchen Exemplare bis 1,8 kg auf.
Geschichte und Praxis
Oral überlieferte Lektionen statt schriftlicher Handbücher sorgten für den Erhalt des Gefühls: Brusthohes Waten in der Wathose, kurzer Vorfachkontakt und straffe Leine. Streamer von 13–18 cm, etwa Müller’sche Muster oder Schwebflosse, werden mit einem 1,5–2 m Vorfach flussauf geworfen und quer geführt.
Die Methode zwingt die Fliege in Strömungen hinter Steinen zu tauchen und pulsieren, genau dort, wo Bachforellen bei 1–2 Metern Tiefe lauern. Kooperationen mit dem Tierpark Hellabrunn sichern die Samenbestände: im Auer Mühlbach werden jährlich mehrere Junge ausgesetzt.
Stadtleben und Angelkultur verschmelzen an Kiesgruben und im Nymphenburger Kanal, erzählt man sich über Forellenschnitzel mit Kräutern und nächtliche Anekdoten. Am Ufer steht ein Watender, die Fliege zieht als dunkler Schatten hinter dem Stein — die Isar nimmt sie.
Empfohlen: atmungsaktive Wathose