März‑Zander: Räuchern an Bord
Mecklenburger Zanderkessel: Räuchern an Bord im März

Kurzer Fakt
Weniger bekannt ist, dass Zander an der Mecklenburgischen Seenplatte, namentlich in und um die Müritz, bereits im März in flache Schilfgürtel ziehen und dort seit dem 19. Jahrhundert von Seenfischern kurz geräuchert und mit geräuchertem Bauchspeck serviert werden. Die regionale Kombination aus Buche und Wacholderholz verleiht dem Fleisch ein dezentes Harz‑ und Nussaroma, das frisch geriebener Meerrettich aus lokalen Gärten ergänzt.
Filetieren und leichtes Räuchern an Bord
Das Filetieren beginnt mit einem Schnitt hinter dem Kiemendeckel, entlang des Rückgrats bis zur Schwanzwurzel; das Filet wird dann von den Rippen gelöst und Haut bei Bedarf entfernt. Pin‑Bones mit einer Pinzette ziehen, die Filets 30–45 Minuten in einer leichten Lake (5% Salz, 1% Zucker, Lorbeer, Pfefferkörner) ziehen lassen, trocken tupfen. Auf kleinen Kastenräucheröfen an Bord genügen 12–20 Minuten bei indirekter Hitze über Buchen‑ und ein paar Wacholderspänen für ein hauchzartes Ergebnis.
Brühe, Kräuter und Beilagen
Als Basis eignet sich eine helle Fischfond‑Brühe aus Kopf und Gräten, geschmort mit Suppengemüse, Weißwein, Lorbeer und Wacholderbeere; typische Kräuter sind Dill, Petersilie und Liebstöckel. Geräucherter Speck wird angebraten, mit Schalotten und der Brühe kombiniert, dann Filets kurz in der Flüssigkeit ziehen lassen und mit frisch geriebenem Meerrettich servieren.
Campfire‑ und Ofenvarianten
Für das Uferessen reicht ein Dutch Oven: Filets über Buchenchips kurz räuchern, dann in Alufolie mit Speck und Kräutern bei 160 °C im Ofen oder über glühender Kohle 8–10 Minuten fertig garen. So bleibt das Gericht nah an der Mecklenburg‑Tradition, wenn die Seen im März aus dem Eis kommen.