Hechtfischerei am Mittelrhein
Koblenz am Mittelrhein: Hechtjagd seit dem 19. Jahrhundert

Am Rhein und an der Mündung der Sieg wurde der Hecht zum Prüfstein für Können: Schon im 19. Jahrhundert banden Koblenzer Fischervereine Kähne an den Buhnen, legten Stellnetze und verteilten Aufgaben wie bei einem Uhrwerk, um den Räuber in Schilfkanten zu stellen.
Techniken waren präzise und brutal einfach. Stabangeln, teilweise über 14 cm lang, dienten mit totem oder lebendem Köder; der Hecht schluckte oft kopfvoran. Vom Kahn aus wurde die Trampe praktiziert: mit Geräusch und gezieltem Schlagen an der Uferzone wurden Hechte aus der Deckung getrieben.
Winter, Eis und Dröhnen
Wenn der Rhein zufror, kam das Dröhnen zum Einsatz. Mit Eisaxt und Holzkeule erzeugten Fischer Druckwellen, betäubten Hechte unter dem Eis und bargen sie schnell. Diese Methoden sind Teil der Mittelrhein-Tradition, die in Ausstellungen und Vereinen am Leben gehalten wird.
Der Wandel der Fischerei ist sichtbar: Zwischen 1882 und 1907 existierten noch mehr als 2000 Flussfischereibetriebe, 1939 waren es etwa 1000, Mitte der 1960er nur noch rund 500. Heute erinnern Buhnen, alte Kähne und Räucheröfen an die Zeiten, als Hecht nicht nur Beute, sondern tägliche Aufgabe und Küchenware war.
Am frühen Morgen gleitet ein alter Kahn die Buhnen entlang, im Schilf zuckt ein Schatten — Hecht, genau dort, wo Generationen von Koblenzer Fischern gelernt haben, zu lesen, wo Strömung und Kraut aufeinandertreffen.
Empfohlen: Eisaxt mit Holzgriff