Nächte der Riesen: Welsjagd in Deutschland
Nächte der Riesen: Warum die größten Welse in Deutschland oft nach Einbruch der Dunkelheit beißen

Das überraschende Verhalten
Viele Angler kennen die Geschichten von zwei Meter langen Welsen in Donau, Edersee oder Müritz – doch weniger bekannt ist, wie konsequent diese Riesen die Nacht für ihre Jagd nutzen. Silurus glanis ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv: Sobald das Uferwasser wärmer wird, ziehen sich kleine Schwärme von Weißfischen in breite, flache Buchten zurück. Große Welse nutzen diese Fenster, um dort geräuscharm und verdeckt zu jagen. Zahlreiche Rekordfänge in deutschen Binnengewässern wurden kurz nach Sonnenuntergang gemacht, nicht am hellen Tag.
Wie deutsche Nachtspezialisten vorgehen
Im Gegensatz zum hektischen Tagesangeln geht es nachts um Geduld, Geräuscharmut und das Lesen von Strukturen: ausgeprägte Kanten, versunkene Bäume oder Zuflüsse sind Hotspots. Viele erfahrene Angler an Donau und Edersee schwören auf stabile Montage, kräftige Haken und ruhige Stellplätze – das Beobachten der Wasseroberfläche und das Hören sind wichtiger als ständiges Köderwerfen. Die nächtlichen Geschichten am Ufer, begleitet vom traditionellen Petri Heil, gehören zur Kultur.
Praxis-Tipp aus deutscher Erfahrung
Die besten Nächte sind oft warme, windstille Sommernächte mit leichtem Dunst: dann ziehen Welse in flache Buchten. Wer die Nacht nutzt, angelt nicht nur auf Größe, sondern erlebt ein Stück deutscher Anglertradition zwischen Donau-Schleifen, Ederseen und Müritzer Ufern.