Das stille Comeback des Rheinlachses
Das stille Comeback des Rheinlachses

Historischer Tiefpunkt
In den 1970er Jahren galt der Rhein als ökologisch schwer geschädigt; industrielle Einträge, fehlende Wanderwege und veränderte Flussbetten hatten den Atlantischen Lachs (Salmo salar) praktisch aus dem Fluss verbannt. Jahrzehntelang blieb der Lachs im kollektiven Gedächtnis der Anglerschaft eine Legende, kaum ein Jungfisch fand geeignete Laich- und Aufwuchsbedingungen in Oberrhein und Nebenflüssen.
Wiederansiedlung und Maßnahmen
Seit den 1980er und 1990er Jahren führten Kombinationen aus Gewässerrenaturierung, Bau von Fischaufstiegen an Wehren, gezieltem Besatz und wissenschaftlichem Monitoring zu überraschenden Erfolgen. In Nebenflüssen wie Lahn, Sieg und kleineren Zuflüssen wurden wieder laichwandernde Lachse und juveniler Nachwuchs nachgewiesen. Die Projekte vereinigten Fischereivereine, Forschungsinstitute und Gewässerunterhaltung und setzten darauf, dass Salmoniden sauberes, kiesiges Flussbett und kühle Zuflüsse brauchen.
Bedeutung für Ökologie und Angler
Die Rückkehr des Lachses gilt in Fachkreisen als Indikator für verbesserte Flussökologie: Sie veränderte Nahrungsnetze, stärkte Populationen von Forelle und anderen Salmoniden und belebte lokale Räucherfischtraditionen entlang des Rheins. Für die mehr als drei Millionen lizenzpflichtigen Angler in Deutschland steht der Rheinlachs heute symbolisch für eine langjährige, fachlich fundierte Wiederherstellung von Flussökosystemen.