Ruhr‑Wels: Duisburger Kanalgeschichten
Duisburg Binnenhafen: Berichte von einem Wels über zwei Meter

Die Bootsmänner am Binnenhafen nennen ihn schlicht den Ruhr‑Wels. In der Dämmerung, wenn Ruhr und Rhein verwischen, ziehen Geschichten von einem Silurus glanis durch die Pollerreihen. Tiefe Löcher und steile Spundwände sammeln Beute; die Luft schmeckt nach Öl und kaltem Wasser.
Die Erzählung folgt einem Muster. Auf warmen Nächten patrouilliert der Wels an Abfallkanten, Einläufen und unter Brückenpfeilern. Das Beben im Wasser kommt aus fünf bis fünfzehn Metern Tiefe; der Biss beginnt mit einem dumpfen Hammerschlag, dann folgt ein zäher, langsamer Zug — kein hektisches Zerren, sondern das Tun eines Königs.
Ausrüstung und Bait
Praktiker empfehlen eine schwere Welsrute mit 2,7–3,0 m, geflochtene Schnur 0,35–0,50 mm und ein Vorfach von 0,90–1,20 mm. Haken in 6/0–10/0, Stücke von Fischfilet, Leber oder ganze Tote Köder. Bleie zwischen 120 und 250 g, mehr bei starker Strömung. Rhein‑Herne‑Kanal und die Ruhr bei Mülheim bündeln Strömung und Futter – ideale Stellen für den Anschlag.
Abendessen in Duisburg erzählt die andere Seite: kleinere Waller landen als gebratene Filets auf Bratkartoffeln, während die großen Gestalten weiter im Dunkel bleiben. Auf Baldeneysee gibt es ähnliche Sagen, doch die Hafenbasins von Duisburg sind die wahren Wiegen dieser Legenden.
Bootslampen schneiden Spiegel, die Leine zieht, und irgendwo unter der Stahlkante rollt ein Schatten, so breit wie eine Tür. Der Ruhr‑Wels bleibt eine Spur zwischen Fabrikmauer und Schleuse.
Empfohlen: geflochtene Schnur stark