Lachse folgen dem Duft des Rheins
Lachse folgen dem Duft des Rheins

Die Entdeckung
Nach Jahrzehnten biologischer Verarmung kehren Atlantische Lachse (Salmo salar) in zunehmender Zahl in den Rhein zurück und finden nicht nur die grobe Flussroute, sondern erstaunlich präzise ihre alten Nebengewässer. Untersuchungen und Fangmeldungen aus Nebenflüssen wie Lahn und Sieg zeigen, dass junge Lachse, die zuerst kilometerweit auf die Nordsee und das Nordatlantikfutterplatz ziehen, Jahre später oft zum exakt gleichen Tributär zurückkehren, in dem sie aufwuchsen.
Das Rätsel der Navigation
Das Phänomen beruht auf Olfaktorischer Prägung: Juvenile Lachse speichern das chemische Profil ihres Heimatbaches und nutzen diese Duftspuren bei der Rückkehr aus dem offenen Meer. Dass diese feinen Geruchscues auch nach Jahrzehnten industrieller Eingriffe und entlang künstlicher Strukturen wie Fischpässen noch funktionieren, überrascht Wissenschaftler und Angler gleichermaßen und macht die Wiederbesiedlung des Rheins zu einem der faszinierendsten Migrationskapitel in Deutschland.