Steckerlfisch: Die Makrele am Stock aus Bayerns Biergärten
Steckerlfisch: Die Makrele am Stock aus Bayerns Biergärten

Auf dem Münchner Viktualienmarkt steigt der Rauch seit Generationen auf. Makrelen hängen an Holzstecken über glühenden Kohlen, ihre Haut glänzt goldbraun. Der Steckerlfisch gehört zu Bayern wie das Bier selbst – eine Grillmethode, die aus der Not eine Delikatesse schuf.
Vom Isar-Fisch zur Nordsee-Makrele
Ursprünglich grillten Fischer am Starnberger See und an der Isar heimische Renken und Saiblinge am Holzstab. Die Methode war praktisch: Der Stecken diente als Spieß und Griff zugleich. Mit wachsenden Volksfesten und Biergärten im 19. Jahrhundert stieg die Nachfrage. Lokale Fische reichten nicht mehr. Makrelen aus der Nordsee ersetzten die Süßwasserfische – sie waren günstiger, fetter, hielten die Hitze besser aus.
Handwerk über offener Glut
Der echte Steckerlfisch wird komplett ausgenommen, gesalzen und auf einen entrindeten Haselstock gespießt. Keine Marinade, kein Gewürz außer grobem Salz. Die Glut muss Buchenholz sein – Buche brennt gleichmäßig, gibt wenig Rauch. Der Grillmeister dreht den Stock alle paar Minuten, hält Abstand zur Flamme. Nach zwanzig Minuten löst sich das Fleisch zart von der Gräte. Die Haut knackt zwischen den Zähnen.
Auf dem Oktoberfest verkaufen Standbetreiber täglich Tausende Steckerlfische. Die Fischer-Vroni am Rande der Theresienwiese betreibt seit Jahrzehnten denselben Stand, denselben Grill, dieselbe Technik. Besucher essen den Fisch direkt vom Stock, stehend, mit einer Scheibe Brot und einer Mass. Kein Besteck, keine Teller – pure Tradition über offenem Feuer.
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