Telemetrie-Netz für wandernde Fische
ICPR: Telemetrie-Netz formiert sich für wandernde Fische

In Koblenz tagte die Arbeitsgruppe Fisch der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (ICPR) am 3.–4. Februar 2026. Im Mittelpunkt stand der Aufbau eines Telemetrie-Netzes entlang des Rheins, das wandernde Lachs- und Forellenbestände sowie Zander, Hecht und Wels mit stationären Empfängern nachverfolgen soll. Die Messstationen sind in Bauhäfen und Nebenarmen geplant; typische Empfangstiefen liegen zwischen 1 und 12 Metern, Temperaturmessungen sollen Bereiche von 4–22 °C abdecken.
Was die Telemetrie misst
Die Sender liefern Positionsdaten, Durchwanderungszeiten und Verweildauern an Aufstiegs- und Laichplätzen. Für die Lachs-Rekolonisierung des Rheins ist die Technologie entscheidend: Wanderzeiten können mit Fischtreppen, Niedrigwasser und Schiffsverkehr korreliert werden. Gewässermanager erhalten so konkrete Hinweise für Reparaturmaßnahmen, Sperrzeiten und Fisch-Aufstiegshilfen.
Bedeutung für Angler
Angler in Koblenz, Oberwesel und Mainz profitieren indirekt: Telemetrie-Daten ermöglichen gezielte Schonzeiten für lachsende Bestände und verbessern Maßnahmen zur Fangstatistik. Praktisch empfiehlt die Arbeitsgruppe barbless Haken bei Lachs und Forelle, catch-and-release in kritischen Phasen sowie Abstand zu Sendern und Laichplätzen. Elektronische Hilfen wie ein Fischfinder unterstützen das Ansitzen, Gummifisch und Wobbler bleiben bewährte Köder für Zander und Hecht.
Konsequenzen für Gewässerpflege
Für Flussbauer und Kommunen heißt das: punktuelle Sohlverbesserungen, Uferrückbau und angepasste Schiffsfrequenzen an Engstellen. Telemetrie macht Migrationsbarrieren sichtbar und erlaubt priorisierte Investitionen — ein Fortschritt für die ökologische Durchgängigkeit deutscher Flüsse.
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