Der Wels‑König von Ruhrort
Ruhrort, Binnenhafen: der Wels‑König der Schiffer

In den Altarmen bei der Ruhrmündung bei Duisburg flüstern die Bootsmänner vom »Wels‑König« – einem Schatten, der zwischen Kränen und Pontons auftaucht. Die Gestalt passt zum Wels (Silurus glanis), Europas größtem Süßwasserfisch, den Nachtanglern in der Rhein‑Ruhr‑Region mit respektvoller Akribie begegnen.
Ausrüstung und Nachttricks
Die Routine am Ufer ist simpel: Rute, starke Schnur, abriebfester Leader und große Haken. Empfohlen sind Rute 2,70–3,30 m, Schnur 0,35–0,45 mm und robuste Einzelhaken. Tote Köderfische und dicke Fischstreifen halten in der Strömung, die Altarmkanten bei Ruhrort verbergen viele Plätze mit tiefem Wasser.
Die Bootsleute kennen jede Kante am Binnenhafen. Bei Vollmond wird das Echo der Kehrwellen zur Legende; bei Windstille reicht ein kräftiger Anschlag, um die Dunkelheit aufzubrechen. Der Wels wirkt größer in der Nacht – das Herz der Stadt schlägt leise, wenn er an der Spundwand schnuppert.
In den Gasthäusern am Kai gibt es Rezepte, die von rauchiger Küche erzählen: gebratene Welsfilets, angerichtet mit Zwiebeln und Bratkartoffeln oder als grob geschnittener Räucherfisch zum kräftigen Bauernbrot. Die Geschichten der Schiffer mischen Fangglück mit Kochkunst und Hafenrauch.
Am frühen Morgen liegt der Binnenhafen noch schwarz, nur der Atem der Bootsmänner und ein feuchter Platscher, wenn ein Schatten an der Kante die Nacht verlässt.
Empfohlen: Abriebfester Leader