WWF schlägt fischereifreie Gebiete im niedersächsischen Wattenmeer vor
WWF fordert fischereifreie Gebiete im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Der Naturschutzverband WWF hat konkrete Vorschläge vorgelegt, wie Teile des niedersächsischen Wattenmeers vor Schleppnetzen und anderer Grundberührung geschützt werden können. Ziel ist es, das Ökosystem zu stärken und Rückzugsräume für Meerestiere und Seegrasflächen wiederherzustellen.
Konkrete Flächen und Umfang
Nach dem Vorschlag sollen rund 50 Prozent der aktuell befischten Bereiche des Nationalparks künftig fischereifrei werden. Vorgeschlagen werden unter anderem Tidebecken zwischen Inseln und Festland, Offshore-Bereiche vor Borkum und Juist sowie Bereiche vor Wangerooge und Spiekeroog, das Watt zwischen Jade und Weser und Teile des Gebiets zwischen Weser und Elbe.
Gründe für die Maßnahme
Der WWF begründet die Forderung mit ökologischen Schäden durch die bodenberührende Krabbenfischerei: Hohe Beifangraten, die Entnahme junger Plattfische sowie die Zerstörung von Miesmuschelbeständen und Seegras können Lebensräume langfristig verändern oder zerstören. Bereits einmalige Schleppvorgänge können die Wiederansiedlung empfindlicher Arten verhindern.
Ausgleich und politische Lage
Der Verband betont, es gehe nicht um ein generelles Verbot der Krabbenfischerei, sondern um räumliche Abgrenzungen, die sowohl Natur als auch Fischerei Raum geben. Die Bundesregierung hat 2025 Finanzmittel für Transformationen der Fischerei bereitgestellt; laut WWF besteht nun eine Verpflichtung, Naturschutz und traditionelle Fischereipraktiken in Einklang zu bringen.
Aussichten
Die Vorschläge werden derzeit mit Landesbehörden, Fischereibetrieben und Verbänden diskutiert. Entscheidend wird sein, ob ein Kompromiss gefunden wird, der Schutzwirkung erzielt und zugleich soziale und wirtschaftliche Folgen für die Küstengemeinden berücksichtigt.