Zusammenbruch der Garnelenfischerei in Mosambik und Piraterievorfälle in Gabun
Fischerei-Krise in Mosambik und Piratenangriffe in Gabun

Mosambik: Millionen-Dollar-Geschäft am Ende
Die größte Fischereigesellschaft Mosambiks, einst eine bedeutende Lieferantin großer Garnelen nach Asien und Europa, hat den Rückzug aus dem Land angekündigt. Die spanische Firma Nueva Pescanova stellt ihre Aktivitäten in Mosambik wegen Überfischung, Umweltverschmutzung und den Folgen des Klimawandels vollständig ein.
Der Küsten-Garnelenfang, der früher eine beachtliche Flotte internationaler Schiffe anzog, leidet unter dem Verlust von Mangrovenwäldern, wichtigen Laichgebieten. Diese ökologische Zerstörung führte zu einem Investorenschwund und letztlich zur Schließung des vormals lukrativen Fischereigewerbes.
Pescanova hatte erheblich in diesen Fischereisektor investiert, unter anderem mit dem 32 Meter langen Beamschlepper Ponta Timbue, der 2021 in Vigo gebaut wurde und speziell für die Garnelenfischerei konzipiert ist. Das Schiff verfügt über eine 22-köpfige Besatzung und kann hochwertige Garnelen direkt auf See einfrieren.
Gabun: Piraterie trifft Fischer erstmals direkt
Im ölreichen Gabun, an der zentralwestafrikanischen Küste, wurde erstmals eine Fischercrew Opfer von Piratenangriffen. Das gabonesische Verteidigungsministerium berichtet, dass das chinesisch betriebene und gabunische Flagge führende Fangschiff IB Fish 7 in der Nacht etwa sieben Seemeilen vor der Küste von lokalen Piraten überfallen wurde.
Die Piraten entführten fünf chinesische und vier indonesische Besatzungsmitglieder, während eine minimale Crew zurückblieb, um Hilfe zu rufen. Das Schiff konnte später den Heimathafen erreichen, der Verbleib der Entführten bleibt jedoch unbekannt.
Diese Entführung fügt sich in einen Trend ein: Berichten zufolge versuchen somalische Piratengruppen zunehmend, ihr Geschäftsmodell nach Westafrika zu exportieren. Dort finanzieren sie lokale Fischer, um Schiffe zu kapern, mit kleinen täglichen Zahlungen und Boni bei Lösegeldzahlungen.
Seit zwei Jahrzehnten haben Lösegeldzahlungen an somalische Piraten etwa 300 Millionen Dollar erreicht – ein Betrag, der nur einen Bruchteil der anfallenden Sicherheits- und Versicherungskosten für Schiffe in der Region ausmacht.