Blei und seine Alternativen

Blei wurde nicht zufällig zum Material der Bleie: es ist dicht, billig und so weich, dass sich ein Stück mit den Fingern klemmen lässt. Jede dieser drei Eigenschaften zu ersetzen ändert etwas am Gerät — und nicht nur an der Ökologie.

Die Dichte setzt das Volumen

Das Gewicht nimmt man gleich, die Größe des Stücks nicht. Ein dichteres Metall ergibt bei gleichem Gewicht ein kleineres Stück, ein weniger dichtes ein größeres. Das ist der ganze praktische Unterschied zwischen den Materialien.

Und die Größe entscheidet den Rest von selbst: ein kleineres Stück hängt seltener an Stein und Wurzel, wirbelt weniger Wasser auf und fällt am Grund weniger auf. Die übrigen Eigenschaften hängen nicht vom Material ab — sie stehen unter dem Blei selbst.

Wolfram

Der Hauptersatz für Blei, wo kleines Volumen gefragt ist. Wolfram ist dichter, das Blei fällt also kompakter aus als ein bleiernes gleichen Gewichts, und es ist härter — es überträgt besser in die Hand, worüber es am Grund rollt.

Der Preis sind Geld und Härte. Ein hartes Stück lässt sich nicht mit den Fingern klemmen, deshalb gibt es kein Schrot aus Wolfram: dort braucht es genau die Weichheit.

Stahl, Messing, Keramik

Alles weniger dicht als Blei, das Stück fällt also größer aus. Wo Volumen nicht stört — Stillwasser, sauberer Grund —, gibt es kaum einen Unterschied; auf Stein hängt das größere Stück häufiger.

Messing ist dabei klangvoll: im Karpfenangeln setzt man es zusammen mit Perlen bewusst ein, damit die Montage Geräusch macht.

Weichheit ist ebenfalls eine Eigenschaft

Ein Schrot wird mit Fingern oder Zange auf die Schnur geklemmt, und das geht nur mit weichem Metall. In der kleinsten Bleiklasse ist Blei deshalb am schwersten zu ersetzen, und dort hält es sich am längsten.

Vorsichtig klemmen: ein zu fest gequetschtes Schrot schneidet die Schnur, und der Bruch kommt an dieser Stelle — siehe feste Bleie.

Was sich am Wurf ändert

Ein voluminöseres Stück gleicher Masse geht schlechter durch die Luft: der Widerstand wächst schneller als das Gewicht. Blei durch ein weniger dichtes Metall zu ersetzen verkürzt also den Wurf bei derselben Zahl auf der Packung.

Umgekehrt gilt es ebenso: ein Wolframblei fliegt etwas weiter als ein bleiernes gleichen Gewichts, schlicht weil es kleiner ist.

Was wir hier nicht angeben

Wo genau Blei verboten ist und seit wann. Die Beschränkungen sind von Land zu Land verschieden und ändern sich, und Daten ohne das Dokument in der Hand nennen wir nicht: die Nullregel gilt auch hier. Zu prüfen sind die geltenden Vorschriften des eigenen Landes und nicht eine allgemeine Behauptung aus einem Forum.


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