Was ist ein Laufblei
Ein Laufblei hat eine durchgehende Bohrung oder einen Wirbel für die Schnur. Es ist nicht angebunden: die Schnur läuft frei hindurch, und darin liegt der ganze Unterschied zur festen Montage.
Was der Fisch spürt
Nimmt der Fisch den Köder, zieht er Schnur — und das Blei bleibt am Grund liegen. Im ersten Moment gibt es keinen Widerstand, und der Fisch hat Zeit, den Köder tiefer zu nehmen, bevor er Verdacht schöpft.
Genau deshalb nimmt man die Laufmontage für vorsichtige Fische und für den langen weichen Biss. Für den harten Angriff eines Raubfischs braucht es sie nicht: dort verdirbt Widerstand nichts.
Olive und Inline
Eine Olive ist ein längliches Stück mit Bohrung in Längsrichtung; die Schnur geht vorn hinein und hinten heraus. Ein Inline ist ein Blei mit Wirbel oder Röhrchen, durch das die Schnur ebenso läuft, aber das Metall nicht berührt.
Der Unterschied liegt genau darin: in der Olive reibt die Schnur auf Metall, im Inline auf dem Röhrchen. Auf weicher Schnur zeigt sich das binnen einer Saison.
Der Stopper setzt den freien Weg
Unter das Blei kommt ein Stopper — ein Knoten, eine Perle oder ein Gummischrot. Der Abstand vom Stopper zum Haken ist die Strecke, über die der Fisch ohne Widerstand zieht.
Das ist der Haupthebel der Montage: verlängert man ihn, wird der Biss weicher und später; verkürzt man ihn, umgekehrt. An ihm dreht man, nicht am Gewicht des Bleis.
Die Perle unter dem Knoten
Zwischen Blei und Knoten kommt eine Perle. Das Blei schlägt bei jedem Wurf auf den Knoten, und der Knoten ist ohnehin die schwächste Stelle — kein Knoten hält so viel wie die Schnur ohne Knoten.
Was unbemerkt verdirbt
Die Bohrung weitet sich mit der Zeit, und ihre Kante beginnt die Schnur zu schneiden. Man prüft sie wie Rutenringe: mit einem Wattestäbchen über den Rand der Bohrung — Fasern hängen dort, wo ein Grat ist.
Wann der freie Weg aufhört zu wirken
In der Strömung steht die Schnur in der Bohrung dauernd unter Spannung, und der Fisch zieht keine freie, sondern eine straffe Schnur. Die Montage bleibt dem Anschein nach laufend und wird der Sache nach fest.
Deshalb verkürzt man an fließendem Wasser den freien Weg oder geht bewusst zur festen Montage über, statt zu hoffen, die Bohrung regle das.
Was wir hier nicht angeben
Welche Länge des freien Wegs genau einzustellen ist. Sie hängt zugleich von Fisch, Köder und Strömung ab, und eine geprüfte Quelle für eine allgemeine Zahl haben wir nicht gefunden. Man findet sie am Wasser: Bisse, die kommen, aber leer bleiben, heißen — der freie Weg ist zu lang.