Was ist eine Eisangel mit Signal
Die Eisangel mit Signal – im Deutschen meist Stellangel genannt – ist eine Montage mit freiem Schnurablauf und einer mechanischen Bissanzeige. Alles an ihr dient einer einzigen Bewegung: Die Rolle dreht sich – die Fahne steht auf.
Wie sie aufgebaut ist
Die Grundplatte liegt auf dem Eis, oder ein Ständer steht über dem Eisloch; darauf sitzen eine Rolle mit Vorrat an Angelschnur und ein federnder Bügel mit Fahne. Der Bügel wird gespannt und unter die Rolle geklemmt: Solange diese steht, bleibt er niedergedrückt.
Wie das Signal funktioniert
Der Raubfisch nimmt den Köderfisch und zieht weg, die Schnur zieht an der Rolle, die Rolle dreht sich – und gibt den Bügel frei. Er richtet sich auf, die Fahne steht senkrecht und ist von weitem zu sehen. Das Signal ist mechanisch und braucht weder Batterie noch Aufmerksamkeit.
Warum sich die Rolle frei drehen muss
Ein schwergängiger Lauf bedeutet Widerstand, und Widerstand bedeutet einen fallengelassenen Köderfisch. Deshalb wird die Achse sauber und trocken gehalten und die Schnur in gleichmäßigen Windungen aufgelegt: Eine Schlaufe auf der Rolle stoppt den Ablauf im schlechtesten Moment, wenn der Fisch bereits abgezogen ist.
Was der Frost mit ihr macht
Das Eisloch friert zu, und die Schnur friert an seinem Rand fest; die Rolle wird eingeschneit; das Wasser an der Achse wird zu Eis. Genau deshalb wird das Eisloch mit Schnee bedeckt – ein mit Schnee bedecktes Eisloch friert langsamer zu als ein offenes. Die Montage wird nach jedem Biss von Hand kontrolliert.
Zwei Bauarten
Die eine liegt flach auf dem Eis und deckt das Eisloch ab: Sie vereist weniger, das Eisloch bleibt darunter länger offen, und im Flachen lässt sie keine Lichtsäule ins Wasser, die Fische verscheucht. Die andere steht auf einem Ständer über dem Eisloch: Sie ist schneller aufgestellt und die Fahne ist weiter zu sehen, dafür löst der Wind sie häufiger aus. Die Wahl richtet sich danach, was an diesem Tag mehr stört – der Frost oder der Wind.
Was die Fahne zeigt und was nicht
Die Fahne sagt nur, dass sich die Rolle gedreht hat, und sonst nichts – genauso wie bei der Montage ohne Signal, nur dass diese nicht einmal das sagt. Auch ein Köderfisch, der einfach umherschwimmt, kann die Rolle drehen, und ein vorsichtiger Raubfisch dreht sie manchmal gar nicht. Deshalb wird bei einer aufgestellten Fahne nicht vorschnell gehandelt: Zuerst wird geprüft, ob die Schnur weiter abläuft.
Was mit überschüssiger Schnur zu tun ist
Der Vorrat, der beim Biss abgelaufen ist, liegt auf dem Eis und friert binnen Minuten fest. Deshalb wird die Schnur nach jedem ausgelösten Signal nicht nass aufgespult, sondern durch die Finger gezogen, damit das Wasser abläuft – sonst läuft sie beim nächsten Mal ruckweise ab.