Leuchtpigment- und UV-Beschichtungen
Zwei Aufkleber auf der Verpackung — „glow“ und „UV“ — bedeuten verschiedene Dinge. Der eine leuchtet im Dunkeln von selbst, der andere leuchtet nie.
Das Leuchtpigment
Das Pigment speichert Licht und gibt es dann als eigenes Leuchten wieder ab. In Angelbeschichtungen ist das meist Zinksulfid oder Strontiumaluminat — Letzteres ist heller und hält merklich länger. Aufgetragen wird es entweder vollflächig oder als Streifen bzw. Fleck an der Flanke.
Wie lange das Leuchten anhält
Die Helligkeit sinkt ungleichmäßig: Die ersten Minuten sind am hellsten, danach klingt sie schnell ab. Deshalb lädt man nicht „einmal pro Angeltour“, sondern vor jedem Wurf, und zwar mit einer Lampe oder einem Blitz — starkes kurzes Licht lädt besser als schwaches langes. Das Pigment selbst verbraucht sich dabei nicht: Der Zyklus aus Laden und Abklingen wiederholt sich beliebig oft.
Wo es wirklich etwas verändert
In der Tiefe, in der Dämmerung und nachts — dort, wo es nichts mehr zu reflektieren gibt und der gewöhnliche Glanz nicht wirkt. Das ist die einzige Beschichtung, die im Moment der Führung nicht vom äußeren Licht abhängt.
Unter dem Eis und in großer Tiefe
Im Winter gibt es unter dem Eis wenig Licht, und in großer Tiefe fehlt es ganz — deshalb sind leuchtende Mormyschkas, Balancer und Meeresjigs genau so gebaut. Das ist keine Mode, sondern der einzige Weg, dem Auge dort ein Signal zu geben, wo die Sonne nicht hinkommt. Schnee auf dem Eis dämpft die Lichtreste noch stärker, und gerade dann entscheidet die Beschichtung am meisten.
UV-Beschichtung
Sie reflektiert nahes Ultraviolett — den Teil des Spektrums, den das menschliche Auge überhaupt nicht sieht. Ein Fleck auf dem Köder, unsichtbar an der Luft, leuchtet unter der UV-Lampe; das ist die ganze Vorführung, die man im Laden zeigt.
Sieht der Fisch Ultraviolett
Bei einem Teil der Arten gibt es in der Netzhaut Zapfen, die auf Ultraviolett reagieren, und häufiger bei Jungfischen als bei erwachsenen Tieren. Das Organ dafür existiert also tatsächlich — aber nicht bei allen Arten und nicht in jedem Lebensabschnitt. Das ist die gesamte Grundlage, die diese Beschichtungsklasse hat.
Wo UV sicher nicht wirkt
Wasser dämpft Ultraviolett schneller als den blaugrünen Teil des Spektrums, deshalb wird es mit der Tiefe gerade dort weniger, wo die Beschichtung eigentlich aushelfen sollte. Gegenüber dem Leuchtpigment ist das ein grundlegender Unterschied: Jenes bringt sein Licht mit, dieses wartet auf fremdes. Vergleichen Sie mit den übrigen Beschichtungen.
Was wir hier nicht schreiben
Wir schreiben nicht, dass UV-Köder besser fangen. Das Vorhandensein UV-empfindlicher Zapfen und ein Vorteil beim Angeln sind zwei verschiedene Aussagen, und die zweite ist durch keine uns zugängliche Quelle belegt.