Stationärrollen: die Spule steht
Die Stationärrolle ist der verbreitetste Typ, und fast jeder beginnt mit ihr. Ihr Prinzip erklärt sowohl die leichte Erlernbarkeit als auch die beiden Probleme, auf die jeder Besitzer stößt.
Die Spule steht, die Schnur läuft über den Rand
Beim Wurf bleibt die Spule unbeweglich, und die Schnur geht in Schlaufen über den vorderen Rand ab. Nichts Schweres muss beschleunigt werden, deshalb fliegt ein leichter Köder von der Stationärrolle weiter als von jeder anderen, und der Wurf verlangt kein Bremsen.
Genau deshalb wurde der Typ zum Standard: er verzeiht Wurffehler, die andere Typen nicht verzeihen.
Bügel und Schnurlaufröllchen leisten die Gegenarbeit
Um die Schnur zurückzuholen, muss man sie fangen und in gleichmäßigen Wicklungen auf die Spule legen. Das erledigt der Bügel mit dem Schnurlaufröllchen: er greift die Schnur und führt sie, während die Spule auf und ab läuft und Wicklung neben Wicklung legt.
Das Röllchen ist ein kleines Teil von großer Bedeutung: es dreht sich unter der Schnur und nimmt Drall heraus. Ein festsitzendes Röllchen scheuert Geflecht auf und dreht die Schnur zur Spirale, und man merkt es nicht sofort.
Woher die Schlaufen kommen
Das Problem der Stationärrolle ist das Gegenstück zur Perücke der Multirolle. Hier wirft die Spule mehrere Wicklungen auf einmal ab — meist, weil die Schnur mit zu wenig Spannung aufgespult wurde oder die Spule überfüllt ist.
Das ist fast immer eine Folge des Bespulens, kein Defekt. Die Schnur wird unter Spannung aufgelegt, und die Spule wird nicht bis zum Rand gefüllt.
Größen werden als Zahl angegeben, und die Zahlen weichen ab
Die Größe einer Stationärrolle gibt man üblicherweise als Zahl an, einen einheitlichen Standard gibt es aber nicht: dieselbe Ziffer bedeutet bei verschiedenen Herstellern verschiedene Spulen. Vergleichen sollte man nach Spulenfassung und Gewicht, nicht nach der Zahl am Gehäuse.
Es ist dieselbe Falle wie bei den Hakennummern — eine vertraute Ziffer erzeugt einen Eindruck von Genauigkeit, der nicht dahintersteckt. Zu den Hakenskalen — Angelhaken.
Die Bremse sitzt vorn oder hinten
Der Bremsknopf sitzt entweder an der Spule selbst oder im hinteren Teil des Gehäuses. Das betrifft die Bequemlichkeit, nicht das Prinzip: vorn ist die Einstellung feiner, hinten erreicht man sie im Drill leichter.
Was die Bremse tut und warum sie von der Tragkraft der Schnur her eingestellt wird, beschreibt Angelrollen.
Womit sie arbeitet
Die Stationärrolle kommt auf einen Blank mit Ringen unten — das sind die meisten Spinnruten, Feederruten und ein Teil der Posenruten. Sie arbeitet mit Monofil wie mit Geflecht, doch geflochtene Schnur verlangt sorgfältigeres Bespulen: das glatte Material springt leichter in Schlaufen ab.
Den Aufbau behandelt Was ist eine Stationärrolle.