Angelrollen: drei Typen nach Prinzip

Eine Rolle bewahrt den Schnurvorrat und gibt ihn frei — beim Wurf und unter Last. Das klingt nach einer Kleinigkeit, doch genau die Art der Freigabe teilt alle Rollen in drei Typen, und jeder weitere Unterschied folgt daraus.

Eine Frage teilt alle Rollen

Dreht sich die Spule, während die Schnur beim Wurf abläuft? Die Antwort bestimmt den Typ.

  • Stationärrollen — die Spule steht, die Schnur läuft in Schlaufen über ihren Rand ab.
  • Multirollen — die Spule dreht sich und beschleunigt mit dem Köder.
  • Trommelrollen — eine Trommel auf der Achse, ohne Getriebe.

Woher der „Perückenwurf" kommt

Bei der Multirolle hat die Spule eigene Trägheit: einmal beschleunigt, dreht sie weiter, auch wenn der Köder längst langsamer geworden oder aufgeschlagen ist. Die Schnur läuft dann schneller ab, als der Köder sie aufnimmt, und legt sich in Schlaufen — das ist der Schnursalat, den man Perücke nennt.

Genau deshalb haben Multirollen Bremssysteme, die Stationärrollen nicht haben: sie fügen keine Weite hinzu, sie halten die Spule zurück.

Die Bremse ist nicht die Wurfbremse

Diese beiden werden oft verwechselt. Die Wurfbremse arbeitet beim Wurf und kontrolliert die Spule, die Bremse arbeitet am Fisch und gibt Schnur frei, sobald die Last den eingestellten Wert übersteigt.

Die Bremse ist der Hauptschutz der Montage vor dem Bruch und wird nicht nach Gefühl eingestellt, sondern von der Tragkraft der Schnur her: sie muss ansprechen, bevor das schwächste Glied nachgibt. Zum Aufbau — Was ist eine Angelrolle.

Die Schnurverlegung zählt mehr, als es scheint

Wie die Schnur auf der Spule liegt, wirkt sich auf Weite und Verwicklung aus. Ungleichmäßige Verlegung — Wicklung auf Wicklung ohne Ordnung — läuft beim Wurf stoßweise ab und verkürzt die Distanz, manchmal wirft sie im Moment des Starts Schlaufen.

Das ist selten ein Fehler der Rolle und meist eine Folge des Bespulens: eine zu volle oder zu leere Spule verlegt schlechter als eine richtig gefüllte.

Rolle und Rute werden als Paar gewählt

Der Rollentyp bestimmt, wie die Rute aussehen muss: für die Multirolle ein Blank mit Ringen oben und eigenem Halter, für die Stationärrolle einer mit Ringen unten. Das ist Geometrie, keine Geschmacksfrage: die Schnur muss gerade laufen, ohne den Blank zu berühren.

Wie das mit den Rutentypen zusammenhängt, beschreibt Angelruten.

Was eine Rolle nicht tut

Sie wirft den Köder nicht — das tut der Blank, die Rolle hindert die Schnur nur nicht am Ablaufen. Sie drillt den Fisch nicht — das tut der Angler mit der Rute. Und sie rettet keinen schlecht gebundenen Knoten. Eine teure Rolle ersetzt keines dieser drei Dinge.

Materialien


Bissige Vorhersage in Ihrem Smartphone 🐠