Die Winterpose
Die Winterpose zeigt den Biss an einer reglosen Montage an. Sie ist kleiner als eine Sommerpose und arbeitet unter der Wasseroberfläche, nicht auf ihr.
Der Unterschied zur Sommerpose
Niemand wirft sie aus, und unter dem Eis gibt es keine Wellen. Deshalb fehlen ihr die lange Antenne und der Kiel, die eine Sommerpose für Wurfweite und Stabilität braucht. Übrig bleibt nur der Körper – und wie genau er ausgebleit ist.
Warum sie versenkt wird
Eine Pose, die aus dem Wasser ragt, friert bei Frost binnen weniger Minuten am Rand des Eislochs fest; eine versenkte nicht. Deshalb wird sie so ausgebleit, dass sie knapp unter der Oberfläche steht, und der Biss zeigt sich als Auftauchen oder als Untergehen.
Wie sie ausgebleit wird
Zuerst wird an einer hängenden Montage ausgebleit, bis die Pose knapp unter die Oberfläche sinkt. Dann wird die Tiefe mit einem Lot ausgemessen und die Pose danach ausgerichtet. Die Reihenfolge ist genau diese: Sobald das Blei auf dem Grund aufliegt, übernimmt der Boden einen Teil seines Gewichts, und die Pose steigt auf.
Was sie besser zeigt als die Zitterspitze
Einen vorsichtigen Steigbiss: Der Fisch hebt den Köder samt Blei an, die Zitterspitze bemerkt das kaum, die Pose dagegen taucht auf. Bei passivem Fisch gewinnt deshalb oft die Pose, auch wenn sie selbst keinerlei Spiel bietet.
Wenn die Ausbleiung nicht stimmt
Zu leicht – die Pose sinkt nicht und friert fest. Zu schwer – sie sinkt tief ins Eisloch und ist nicht mehr zu sehen. Ausgebleit wird einmal, an der hängenden Montage; an einem neuen Eisloch wird nur die Pose auf die neue Tiefe umgestellt, die Ausbleiung selbst bleibt unangetastet.
Was mit dem Eisloch zu tun ist
Die dünne Eisschicht wird vorsichtig mit dem Eisschöpfer abgenommen, ohne die Schnur zu erwischen: Eine im Eis festgefrorene Schnur reißt beim ersten Biss. Das Eisloch mit Schnee zu bedecken wie bei der Eisangel mit Signal geht hier dagegen nicht – durch den Schnee ist die Pose nicht zu sehen, und der Sinn der Montage entfällt. Der Schnee wird zu den Rändern geschoben, das Eisloch selbst bleibt offen.
Woraus sie gemacht wird
Aus Styropor, Kork oder hartem Kunststoff – das Material zählt weniger als Größe und wie gut sie die Ausbleiung trägt. Wichtiger ist eine andere Anforderung: Der Posenkörper darf kein Wasser aufnehmen – nass wird er schwerer, und eine morgens eingestellte Pose zieht bis zum Mittag von selbst tiefer.
Wann die Pose und wann die Zitterspitze
Die Pose – in stehendem Wasser und bei geringer Tiefe, wo ein leichtes Antippen sichtbar sein muss. Die Zitterspitze – in der Strömung und in der Tiefe, wo die Pose nicht standhält. Und dort, wo die Montage zusätzlich bewegt werden muss, ist es schon keine Grundmontage mehr, sondern eine Mormyschka – ein anderer Abschnitt.