Anheben und Pause

Das Eisblinkern besteht aus einem sich wiederholenden Zyklus: Anheben, Loslassen, Pause. Der Köder arbeitet nicht, wenn die Hand sich bewegt, sondern wenn sie stillsteht.

Woraus der Zyklus besteht

Ein kurzes Anheben der Rute nach oben; der Eisblinker schnellt los. Danach kehrt das Handgelenk der Schnur folgend nach unten zurück, und der Köder sinkt frei in die Tiefe. Dann die Pause — die Hand steht. Und wieder das Anheben. Der Zyklus wird immer gleich wiederholt, denn nur so zeigt sich, was sich nach einer Änderung wirklich verändert hat.

Warum die Pause länger dauert als die Bewegung

Weil der Eisblinker beim Fallen spielt: Losgelassen weicht er zur Seite aus, pendelt und kehrt unter das Eisloch zurück. Eine zu früh abgebrochene Pause zeigt dem Fisch einen Ruck nach oben statt Spiel. Die untere Grenze der Pause gibt der Köder selbst vor — bis er zur Ruhe gekommen ist; alles darüber hinaus entscheidet der Angler.

Was die Hand während der Pause tut

Sie folgt dem Köder nach unten, statt oben zu erstarren. Das ist der einzige Moment im Zyklus, an dem Anfänger systematisch einen Fehler machen: Die Rute bleibt angehoben, und der Blick ruht auf der Schnur — währenddessen tut der Köder nichts von dem, worauf geschaut wird. Der Fehler zeigt sich an der Schnur selbst: Sie muss durchhängen, und hängt sie in keinem einzigen Zyklus durch, steht die Hand zu hoch. Warum der freie Lauf zwingend ist, ist in der Wurzel über die Köder erklärt.

Wann ein Biss geschieht

Fast immer in der Pause oder im ersten Moment des nächsten Anhebens. Das zeigt sich als Durchhänger — der Köder kommt nicht dort an, wo er sollte — oder als Schwere zu Beginn der Bewegung. Der Anschlag erfolgt in dieser Bewegung, eine gesonderte Ausholbewegung entfällt: Über dem Eisloch fehlt der Raum zum Ausholen, und die kurze Rute überträgt die Kraft ohnehin hart.

Was am Zyklus verändert wird

Die Höhe des Anhebens, die Länge der Pause und die Höhe über dem Grund. Das sind drei unabhängige Stellschrauben, und gedreht wird jeweils nur an einer: Wird alles auf einmal geändert, bleibt unklar, was gewirkt hat. Der Köder selbst wird als Letztes gewechselt.

Wie viele Zyklen einem Eisloch gegeben werden

So viele, dass der Köder auf mehreren Horizonten arbeiten konnte, und nicht mehr. Das Zeichen zum Wechsel ist einfach: Der Köder hat bereits die gesamte Wassersäule durchlaufen, und die Schnur hat kein einziges Mal etwas Zusätzliches gemeldet — mehr wird das Eisloch nicht zeigen, und der Angler zieht weiter.

Was der Frost bewirkt

Die Schnur wird im Frost steifer und läuft schlechter ab, und nass gefriert sie zusätzlich in den Ringen fest. Dadurch wird die Pause weniger frei, als beabsichtigt, und die Schnur wird von Zeit zu Zeit durch die Finger gezogen, um das Wasser abzustreifen. Aus demselben Grund werden Knoten und Karabiner zwischen den Eislöchern geprüft, nicht erst am Ende des Tages: Im Frost versagt, was zu Hause anstandslos hielt.


Bissige Vorhersage in Ihrem Smartphone 🐠