Gummifisch
Der Gummifisch ist ein fischförmiger Gummiköder mit einer starren Schaufel am Ende des Schwanzes. Die Schaufel steht quer zur Strömung, und genau sie gibt dem gesamten Körper die rhythmischen Schwingungen.
Schaufel statt Sichel
Anders als die Sichel des Twisters dreht sich die Schaufel nicht, sondern schwingt zusammen mit dem hinteren Körperteil von einer Seite zur anderen. Die Bewegung wird schärfer und ausladender, und die davon ausgehenden Schwingungen reichen weiter — das nimmt der Fisch über die Seitenlinie wahr.
Die Geschwindigkeit, unterhalb der er schweigt
Damit die Schaufel zu arbeiten beginnt, muss die Strömung stark genug sein, um sie auszulenken. Bei zu langsamer Führung spielt der Gummifisch überhaupt nicht — er wird einfach hinter der Schnur hergezogen, und von außen ist das nicht offensichtlich: Der Köder wirkt völlig funktionstüchtig.
Geprüft wird das am Ufer: Der Köder wird im klaren Wasser mit derselben Geschwindigkeit geführt wie an der Stelle, und man beobachtet, ob die Schaufel anspringt. Das ist der einzige Weg, es sicher zu wissen, statt es nur zu vermuten.
Der Körper ist auch beteiligt
Der Körper des Gummifischs wird hoch und seitlich abgeflacht gemacht — diese Form überträgt den Schlag der Schaufel besser auf den ganzen Köder. Rippen an den Seiten vergrößern die Oberfläche, und eine Rille im Rücken markiert die Austrittsstelle der Spitze eines Offset-Hakens. Rücken und Bauch werden oft unterschiedlich dick gemacht, und davon hängt ab, zu welcher Seite der Köder in der Pause kippt.
Auch die Größe der Schaufel verändert das Verhalten: Eine breite gibt einen weiteren und langsameren Ausschlag, eine schmale springt bei geringerer Geschwindigkeit an, schlägt aber schwächer. Das zeigt sich schon bei der Führung am Ufer und braucht keinerlei Messungen.
Das Aufziehen entscheidet, ob es Spiel gibt
Der Körper muss genau auf der Achse sitzen: Ein schiefer Sitz lässt den Köder um sich selbst rotieren, und statt zu schwingen verdreht er die Schnur. Zu merken ist das in der Hand — bei gleichmäßiger Führung verschwindet das charakteristische rhythmische Klopfen im Blank der Rute.
Wie er sich vom Wobbler unterscheidet
Beim Wobbler gibt die vordere Tauchschaufel das Eigenspiel vor und hält ihn zugleich auf der vorgesehenen Tiefe: Der Köder läuft von selbst in seiner Tiefe. Beim Gummifisch sitzt das arbeitende Element hinten, und die Tiefe hält er überhaupt nicht — für die Tiefe ist das Gewicht der Montage zuständig.
Daraus folgt auch der Unterschied im Einsatz: Der Wobbler wird in einer Tiefe geführt, der Gummifisch stufenweise vom Grund aus, und gerade das Absinken zwischen den Sprüngen wirkt oft nicht schlechter als die Führung selbst.
Wo er gegen den Twister verliert
In kaltem Wasser und bei den langsamsten Führungen, wenn die Geschwindigkeit für die Arbeit der Schaufel einfach nicht ausreicht. In dieser Situation bleibt der Köder mit Sichel aktiv, der Gummifisch nicht.