Twister
Der Twister ist ein Gummiköder mit sichelförmigem Schwanz an einem dünnen Steg. Der Name ist zum Gattungsbegriff geworden; in englischsprachigen Quellen entspricht dieser Form das Wort grub.
Wie der Schwanz aufgebaut ist
Der Schwanz ist flach, halbmondförmig gebogen und über einen schmalen Übergang mit dem Körper verbunden. Die Strömung drückt auf die konkave Seite, der Schwanz weicht aus und dreht sich, der Druck auf ihm fällt — und der Schwanz kehrt zurück. Der Zyklus wiederholt sich ununterbrochen, solange sich der Köder bewegt.
Der dünne Steg ist hier keine Schwachstelle, sondern Teil des Mechanismus: genau er erlaubt dem Schwanz, bei minimalem Kraftaufwand zu arbeiten.
Warum er bei langsamer Führung spielt
Um die Sichel in Gang zu setzen, reicht das langsamste Einholen — sogar der freie Fall des Köders in der Pause genügt. Das ist der wichtigste praktische Unterschied zum Gummifisch, dessen Schaufel eine spürbare Geschwindigkeit braucht, um zu arbeiten.
Deshalb bleibt der Twister dort einsatzfähig, wo die Führung bis zum Minimum verlangsamt werden muss: in kaltem Wasser, bei der Führung gegen die Strömung und bei einer Stufenführung mit langen Pausen.
Wie er aufgezogen wird
Der Haken wird in die Stirnfläche des Körpers eingeführt und entlang der Mittellinie herausgeführt, ohne den Steg zu berühren. Ein beschädigter Steg tötet das Spiel sofort — der Schwanz schleift danach nur noch hinter dem Körper her und wirkt nicht mehr.
Am Jigkopf muss der Körper gerade entlang des Schafts des Hakens liegen: schiefes Aufziehen verdreht die Schnur, statt den Köder spielen zu lassen. Damit der Körper beim Werfen nicht zurückrutscht, macht man am Schaft von Jigköpfen Kerben oder einen Drahtstopper: ein Köder, der bis zur Biegung gerutscht ist, spielt ebenfalls nicht mehr gleichmäßig.
Zwei Schwänze statt einem
Der Twin-Tail ist dieselbe Form mit zwei symmetrisch angeordneten Sicheln. Zwei Flächen geben mehr Wasserwiderstand: Der Köder sinkt bei gleichem Montagegewicht langsamer und leistet bei der Führung stärkeren Widerstand.
Wegen dieses Widerstands setzt man ihn häufiger auf einen schwereren Jigkopf als einen einfachen Twister derselben Größe — sonst erreicht er einfach nicht den Grund.
Ein abgeschnittener Schwanz ist schon ein anderer Köder
Der Hecht beißt den Schwanz quer durch, und der Köder verliert nicht einen Zentimeter Länge, sondern den gesamten Spielmechanismus. Ein Twister ohne Sichel wirkt wie ein gewöhnlicher weicher Körper ohne Eigenbewegung, und die Stufenführung damit fortzusetzen ist meist sinnlos.
Wo der Twister überflüssig ist
Dort, wo bei schneller Führung ein gleichmäßiger, kräftiger Rhythmus gefragt ist, verliert die Sichel gegen die Schaufel: Sie wirkt weicher und erzeugt weniger Schwingungen. Und sie hilft nicht dort, wo der Köder gar nicht geführt wird — bei unbewegter Montage bewirkt der Twister nichts. Bei starker Strömung dagegen arbeitet die Sichel ununterbrochen, und der Köder erzeugt mehr Widerstand, als man von seinem Gewicht erwarten würde.