Köderfisch hältern: Wasser und Kälte

In der Köderfischmontage funktioniert alles außer dem Fisch selbst morgens wie abends gleich. Der Köderfisch ist das einzige Teil, das von selbst verdirbt, und meistens stirbt er nicht an der Kälte, sondern daran, was Menschen mit ihm machen.

Drei verschiedene Aufgaben

Den Fisch lebend hinbringen, ihn einige Stunden am Eisloch am Leben halten und ihn so an den Haken setzen, dass er beweglich bleibt. Das Erste und Zweite löst das Gefäß, das Dritte die Art des Anköderns. Beides darf nicht verwechselt werden: Ein im Eimer lebender Fisch garantiert am Haken noch nichts.

Was am schnellsten tötet

Ein plötzlicher Wechsel der Wassertemperatur. Ein Fisch, der aus kaltem in warmes Wasser umgesetzt wird oder umgekehrt, stirbt schneller als an Sauerstoffmangel. Deshalb wird das Wasser unterwegs weder erwärmt noch gegen „frisches“ Leitungswasser getauscht, sondern es wird dasselbe nachgefüllt, in dem der Fisch transportiert wurde.

An zweiter Stelle: Enge

Je mehr Fische im selben Volumen sind, desto schneller verbrauchen sie den gelösten Sauerstoff. Enge verletzt außerdem: Die Fische reiben sich aneinander, der Schleim wird abgescheuert, und ein solcher Fisch lebt am Haken merklich kürzer.

An dritter Stelle: Zeit in der Hand

Ein Fisch, der lange in der Handfläche gehalten wird, verliert durch die Wärme der trockenen Hand seinen Schleim. Er wird mit nasser Hand genommen, schnell und nur einmal: Jedes erneute Herausnehmen aus dem Eimer verkürzt sein Leben am Haken.

Was das Eisloch mit ihm macht

Das Wasser im Eisloch ist kälter als im Eimer, und ein Fisch, der abrupt hineingelassen wird, steht einige Minuten reglos. Das ist noch kein Tod, aber genau in diesen Minuten wirkt er nicht als Köder – deshalb wird die Montage nicht gleich nach dem Aufstellen kontrolliert.

Was das Gefäß vom Eimer unterscheidet

Vom Eimer unterscheidet den Köderfischeimer ein Deckel mit Löchern, und ein guter Köderfischeimer hat zusätzlich eine doppelte Wand: Das Wasser darin ändert seine Temperatur langsamer. Ein gewöhnlicher Eimer reicht, um den Fisch vom Auto bis zum Eisloch zu bringen – mehr nicht.

Wie viel Köderfisch mitgenommen wird

So viel, wie sich während der Tour verbrauchen lässt, plus eine kleine Reserve für die, die eingehen. Überschüssiger Fisch wird nicht auf Vorrat gehalten: In der Enge geht er schneller ein als am Haken.

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