Köderfischeimer: wie der Fisch überlebt
Der Köderfischeimer ist ein Gefäß, das nicht zum Wassertransport gemacht ist, sondern damit der Fisch darin lebt. Das ist die erste von drei Aufgaben beim Köderfisch hältern – ihn lebend hinzubringen.
Wozu die doppelte Wand
Sie wirkt wie eine Thermoskanne: Das Wasser darin ändert seine Temperatur langsamer. Das ist die Haupteigenschaft eines guten Köderfischeimers, denn gerade der abrupte Temperatursprung tötet den Fisch schneller als alles andere. Das Volumen ist hier zweitrangig, die Abkühlgeschwindigkeit dagegen nicht.
Der Deckel mit Löchern
Ein geschlossener Köderfischeimer verhindert, dass unterwegs Wasser überschwappt, und die Löcher lassen Luft herein. Ein fest verschlossenes Gefäß ohne Löcher macht den Transport zur Erstickung, und der Fisch kommt zwar lebend, aber matt an – so arbeitet er am Haken nicht.
Was die Sauerstoffpumpe macht
Sie treibt Luft ins Wasser und gleicht den Sauerstoff im ganzen Volumen aus. Bei einer langen Fahrt verlängert das spürbar das Leben des Fischs – aber nur, wenn das Wasser dabei nicht überhitzt: Die Sauerstoffpumpe liefert Sauerstoff, sie rettet nicht vor einem Temperatursprung.
Was mit dem Wasser nicht gemacht wird
Es wird nicht gegen Leitungswasser getauscht: Darin sind Temperatur und Zusammensetzung anders. Warmes Wasser wird nicht nachgefüllt. Der Köderfischeimer wird nicht in die Sonne gestellt und nicht im Auto aufgewärmt – ein Fisch, der in der Wärme transportiert wurde, wird im Eisloch binnen Minuten matt.
Was nicht in den Köderfischeimer gehört
Schnee und Schmelzwasser: Darin ist kaum gelöster Sauerstoff, und die Temperatur liegt unter der des Wassers im Eimer. Schnee nachzufüllen, „damit es kälter wird“, bedeutet, dem Fisch genau das anzutun, wovor er eigentlich geschützt werden soll.
Wohin er auf dem Eis gestellt wird
Auf Schnee, nicht auf blankes Eis: Schnee bewahrt das Gefäß vor dem Festfrieren und vor schnellem Auskühlen von unten. Bei einem am Eis festgefrorenen Köderfischeimer reißt beim Lösen der Boden mit ab.
Wie viel Wasser eingefüllt wird
So viel, dass der Fisch sich frei bewegen kann, aber nicht bis unter den Deckel: Über dem Wasser muss Luft bleiben – durch die Löcher kommt sie herein, und ein randvoll gefüllter Köderfischeimer läuft unterwegs durch genau diese Löcher aus.
Was am Fisch selbst zu erkennen ist
Ein lebendiger, brauchbarer Fisch hält sich gerade im Wasser, reagiert auf eine Handbewegung über dem Eimer und liegt nicht auf der Seite. Ein Fisch, der nahe der Oberfläche hängt oder sich auf den Rücken dreht, wird den Angeltag nicht mehr erleben – er kommt nicht an den Haken, sondern wird ausgetauscht; wie ein brauchbarer Fisch angeködert wird, steht in der Karte über das Anködern.