Wie der Köderfisch angeködert wird

Das Anködern entscheidet zwei Dinge gleichzeitig: wie lange der Fisch am Haken lebt und wie schnell der Raubfisch ihn schluckt. Die Methode wird nicht nach Optik gewählt, sondern danach, wie viel Zeit die Montage dem Raubfisch lässt.

Durch den Rücken

Der Haken wird unter der Haut entlang der Rückenflosse durchgeführt, ohne die Wirbelsäule zu treffen. Der Fisch bleibt beweglich und hält sich waagerecht – das ist die verbreitetste Methode für die Eisangel mit Signal. Trifft der Haken die Wirbelsäule, stirbt der Fisch fast sofort.

Durch die Nasenlöcher

Der Haken geht durch ein Nasenloch oder durch die Oberlippe. Der Fisch atmet dabei frei und bleibt lange beweglich, hält aber schlechter am Haken: Ein aktiver Raubfisch zieht ihn oft vom Haken ab, ohne sich zu haken.

Durch beide Lippen

Der Haken durchsticht beide Lippen, und der Fisch kann das Maul nicht mehr öffnen. Im stehenden Wasser unter dem Eis schwächt ihn das schnell, deshalb wird so in der Strömung angeködert, wo das Wasser von selbst durch die Kiemen geht.

Durch den Kiemendeckel

Das Vorfach wird unter dem Kiemendeckel durchgeführt und durch das Maul herausgezogen, der Haken bleibt außen. Diese Methode gibt den sichersten Anschlag, aber der Fisch lebt am kürzesten – sie wird dort gewählt, wo die Bisse häufig sind und der Köderfisch keine Zeit hat einzugehen.

Einzelhaken, Doppelhaken, Drilling

Der Einzelhaken verletzt den Fisch am wenigsten, der Drilling hakt am besten. Der Doppelhaken wird oft unter dem Kiemendeckel eingesetzt. Die allgemeinen Typen stehen im Abschnitt über Angelhaken; hier zählt nur, dass der Fisch umso kürzer lebt, je mehr Metall an ihm sitzt.

Was der Frost beim Anködern macht

Ein aus dem Wasser genommener Fisch überzieht sich im Frost binnen Sekunden mit Eis, und die Kiemen frieren fest. Deshalb wird schnell und über dem Köderfischeimer angeködert, nicht auf dem Eis: Ein auf das Eis gefallener Fisch ist nicht mehr derselbe wie im Gefäß.

Was sich mit dem Anschlagmoment ändert

Sitzt der Haken im Rücken, schluckt der Raubfisch den Fisch nicht sofort, und ein zu früher Anschlag reißt den Köderfisch aus dem Maul. Sitzt der Haken unter dem Kiemendeckel, ist dagegen kein langes Warten nötig. Die Art des Anköderns und der Anschlagmoment sind eine gemeinsame Entscheidung, keine zwei getrennten.

Wann der Fisch gewechselt wird

Wenn er aufgehört hat sich zu bewegen: Ein reglos hängender Köderfisch wirkt dann nur noch über Geruch und Aussehen – das ist ein anderer Ansatz und eine andere Montage. Der zweite Fall ist nach einem Biss, auch einem erfolglosen: Ein gequetschter Fisch erholt sich nicht, wie lebendig er auch aussehen mag.


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