Die Mormyschka führen

Die Führung der Mormyschka ist ein Aufstieg mit Schwingen. Der Köder wird zum Grund abgesenkt und mit ununterbrochenem Zittern des Handgelenks nach oben geführt; die Federspitze verwandelt dieses Zittern in Spiel und zeigt den Kontakt des Fisches an.

Wie die Grundbewegung aussieht

Die Mormyschka setzt auf dem Grund auf, berührt ihn mehrmals, geht dann in kleinen Schritten mit gleichbleibendem Zittern nach oben. Ist der obere Rand des Arbeitshorizonts erreicht, wird sie wieder abgesenkt — und der Vorgang wiederholt sich. Ein solcher Durchgang prüft die gesamte Wassersäule unter dem Eisloch.

Was das Handgelenk tut

Es gibt die Frequenz vor. Der Arm vom Ellbogen an arbeitet hier kaum: Eine große Bewegung erzeugt ein weites Schwanken statt eines feinen Zitterns, und die Mormyschka beginnt nur noch zu schaukeln. Deshalb wird die Rute so gehalten, dass das Handgelenk arbeitet und der Ellbogen eine Auflage hat.

Warum von unten nach oben geführt wird

Um den Horizont zu finden, statt ihn zu erraten. Der Fisch steht auf seiner eigenen Höhe, und während der Köder Schicht für Schicht durchläuft, zeigt sich von selbst, wo genau der Biss war. Ist er gefunden, wird dieser Abschnitt wiederholt, nicht der ganze Aufstieg vom Grund.

Die Pause innerhalb der Führung

Ein kurzer Stopp beim Aufstieg ist ein eigener Kniff, kein Ausrutscher. Die Mormyschka hat kein Eigenspiel, und in der Pause hängt sie einfach — doch genau in diesem Moment fasst vorsichtiger Fisch oft zu. Der Winkel, in dem die Mormyschka an der Schnur hängt, ergibt sich aus dem Befestigungspunkt, und das ist eine Eigenschaft des Köders selbst. Fehlt der Naturköder am Haken ganz, wirkt diese Pause schlechter — und deshalb wird ohne Naturköder anders geführt.

Was zuerst gewechselt wird, wenn nichts beißt

Zuerst der Rhythmus, dann der Horizont, und erst dann das Eisloch — in dieser Reihenfolge, weil die ersten beiden Wechsel nur Sekunden kosten. Beim Eisblinkern ist die Reihenfolge umgekehrt: Dort wird zuerst der Punkt gewechselt. Die Mormyschka selbst zu wechseln, lohnt sich zuletzt: Gleiche Köder mit unterschiedlichem Rhythmus unterscheiden sich stärker als unterschiedliche Köder mit gleichem Rhythmus.

Auch das Absenken fängt

Das Absenken erfolgt nicht als Fallenlassen, sondern gebremst: Der Köder geht langsam nach unten und bleibt kontrollierbar. Ein Biss beim Absenken zeigt sich als Stopp der Federspitze, bevor die Mormyschka den Grund erreicht haben sollte, oder als ein unerwartetes Anheben. Gezählt wird deshalb nicht die Zeit, sondern die abgelaufene Schnurlänge: Ein unerwartet früher Stopp bedeutet entweder einen höheren Grund als angenommen oder einen Fisch.

Was bei der Führung unterbleibt

Die Mormyschka wird nicht zur Seite gezogen — unter dem Eisloch fehlt der Platz, und jedes Ziehen führt die Schnur nur unter den Rand des Eises. Ebenso wenig wird sie an durchhängender Schnur geführt: Die Bewegung vom Handgelenk zum Köder kommt dann einfach nicht an. Und der Köder wird nicht nach jeder erfolglosen Führung gewechselt: Solange nicht mindestens zwei unterschiedliche Rhythmen durchprobiert wurden, gibt es dafür keinen Grund.


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