Wo das Eis dünner ist
Das ist die praktischste Karte des Zweigs: eine Liste von Stellen, die schwächer sind als die Nachbarschaft. Sie ist nicht aus Erfahrung abgeleitet, sondern aus den Empfehlungen des DSNS der Ukraine übernommen — wo die Formulierung der Behörde genauer ist als eine Nacherzählung, wird sie wörtlich wiedergegeben.
Wo Wasser sich bewegt
Stellen, an denen Flüsse zusammenfließen, und Abschnitte mit starker Strömung. Die Strömung trägt Wärme ab und unterspült das Eis von unten, und von oben ist das überhaupt nicht zu erkennen. Zur selben Klasse gehören Zu- und Abflüsse: Dort, wo Wasser in ein Gewässer hinein- oder aus ihm herausfließt, ist das Eis schwächer. Die Behörde formuliert es genau so — schwächer, nicht zwangsläufig dünner.
Wo etwas aus dem Eis ragt
Eingefrorene Bretter, Stangen und andere Gegenstände nennt der DSNS ein eigenes Anzeichen. Büsche und Schilf stehen in der Liste der Behörde direkt daneben. In der Nähe von Bewuchs ist das Eis dünner, auch wenn es dem Aussehen nach dasselbe ist.
Wo Schnee liegt
Schneewehen und Abschnitte unter einer dicken Schneeschicht. Die Regel der Behörde ist ohne Ausnahmen formuliert: Unter Schnee ist das Eis immer dünner. Das macht Schnee auch zum gefährlichsten aller Anzeichen — er markiert die schwache Stelle nicht, sondern verbirgt sie zusammen mit der Farbe und den Rissen.
Wo die Farbe anders ist
Unterschiedliche Färbung des Eises auf benachbarten Abschnitten ist ein direkter Grund, nicht hinauszugehen. Sie bedeutet, dass das Eis hier anders gefroren ist: aus anderem Wasser, zu anderer Zeit oder über Schnee.
Wo schon Menschen standen
Eisübergänge — dort bohrt man überhaupt keine Eislöcher. Eine Stelle mit vielen nah beieinanderliegenden Eislöchern und eine Gruppe von Menschen auf kleiner Fläche — beide Punkte stehen in der Liste der Behörde. Eis, das durch fremde Arbeit geschwächt wurde, sieht unversehrt aus, und das ist dieselbe Falle wie beim Schnee.
Wie weit vom Ufer entfernt
Das ist kein Punkt aus der Liste der Behörde mehr, sondern schlichte Arithmetik der Entfernung. Je weiter der Punkt vom Ufer entfernt liegt, desto länger ist der Rückweg für den, der schon nass ist, und desto länger braucht der, der am Ufer steht, um ihn zu erreichen. Deshalb kostet ein Eisloch, zu dem man lange geht, mehr, als es scheint.
Was man damit macht
Man umgeht sie, statt sie zu prüfen. Den Weg prüft man mit einem Stock — aber der Stock beantwortet die Frage „trägt es hier“, nicht „trägt es weiter vorn“. Die zweite Hälfte der Anzeichen betrifft die Zeit, und ohne sie ist diese Liste unvollständig: Derselbe Ort ist in verschiedenen Wochen zuverlässig oder nicht mehr sicher. Was man mitnimmt — eine eigene Karte.