Material der Gummiköder
Der Name führt in die Irre. Weiche Köder werden nicht aus Gummi hergestellt, sondern aus Polyvinylchlorid mit Weichmacher — einem PVC-Plastisol, das flüssig in eine Form gegossen und bis zum Erstarren erhitzt wird. Das Wort „Gummi“ hat sich umgangssprachlich eingebürgert, und wir verwenden es, aber das gesamte Verhalten des Materials erklärt sich nicht daraus.
Weichheit ist der Anteil des Weichmachers
PVC selbst ist hart. Weich macht den Köder der Weichmacher, der der Masse zugesetzt wird: je mehr davon, desto nachgiebiger der Körper. Deshalb sind „weiche“ und „harte“ Köder keine unterschiedlichen Materialien, sondern unterschiedliche Anteile derselben Mischung.
Die praktische Folge ist eine einzige: Weichheit und Haltbarkeit sind gegensätzliche Eigenschaften. Der Köder, der bei langsamer Führung am besten arbeitet, reißt auch als Erster.
Der Weichmacher bleibt nicht an Ort und Stelle
Mit der Zeit tritt er aus dem Körper aus: Der Köder wird härter, verliert die Beweglichkeit des Schwanzes und vergilbt. Wie schnell das geschieht, hängt von Temperatur und Luftzugang ab, nicht davon, wie oft mit dem Köder gefischt wurde: eine ungeöffnete Packung altert in der Wärme genauso, in Kühle und Dunkelheit deutlich langsamer. Derselbe Vorgang erklärt die klebrige Oberfläche und warum zwei Köder in derselben Schachtel miteinander verschmelzen — die Flüssigkeit wandert von Körper zu Körper, und mit ihr wandert der Farbstoff.
Salz, Lockstoffe und „Essbarkeit“
Der Masse werden oft Salz und Aromastoffe beigemischt — so entsteht essbarer Gummiköder. Salz verleiht dem Köder zugleich mehr Gewicht und macht ihn brüchiger, und das ist keine Behauptung, sondern etwas, das man am Wasser sieht: Ein gesalzener Köder reißt merklich schneller.
Die Farbe wird in die Masse eingebracht, nicht aufgetragen
Der Farbstoff wird der flüssigen Mischung vor dem Gießen zugesetzt, deshalb reicht die Farbe durch den ganzen Körper: Ein Kratzer im Köder legt keine andere Farbe frei, wie es bei der Lackierung eines harten Köders vorkommt. Zweifarbige Köder werden in zwei Schritten gegossen — zuerst der eine Teil, dann der andere, und die Grenze zwischen ihnen ist an der Schnittfläche sichtbar.
Schwimmender Gummi — dasselbe Material mit Bläschen
Ein Teil der Köder wird aus gasgefüllter Masse gegossen: Im Körper sind feine Bläschen verteilt, und der Köder steigt auf, statt zu sinken. Bei einer Montage mit separatem Blei steht er mit dem Schwanz nach oben über dem Grund, statt darauf zu liegen.
Was Sonne und Wärme mit dem Material machen
Direkte Sonne und ein aufgeheizter Fahrzeuginnenraum beschleunigen sowohl den Austritt des Weichmachers als auch den Farbwechsel: eine auf dem Armaturenbrett liegen gelassene Schachtel kann die Köder binnen eines Tages zu einer verklebten Masse machen. Frost macht demselben Material nichts aus — es wird nur vorübergehend steif und kehrt in der Wärme in den vorherigen Zustand zurück.