Warum Gummiköder andere Köder beschädigen
Ein Gummiköder liegt in der Schachtel nicht ruhig. Der Weichmacher tritt allmählich aus seinem Körper aus und wandert in alles, woran er anliegt — in den Nachbarköder, in die Lackschicht eines harten Köders, in den Kunststoff der Schachtel selbst.
Was genau wandert
Es wandert nicht das PVC selbst, sondern der flüssige Zusatz, der es weich macht. Zusammen mit ihm wandert der Farbstoff: Deshalb verfärbt sich ein heller Köder, der an einen dunklen gedrückt liegt, statt einfach nur zu kleben. Der Austausch läuft in beide Richtungen gleichzeitig: Es nimmt nicht ein Köder am anderen Schaden, sondern beide aneinander. Diesen Austausch aufhalten kann man nicht — man kann nur verhindern, dass die Köder einander berühren.
Warum zwei Köder miteinander verschmelzen
An der Kontaktstelle weichen die Oberflächen auf beiden Seiten auf und verbinden sich — später lassen sie sich nicht mehr ohne Riss trennen. Am schnellsten geschieht das zwischen Ködern unterschiedlicher Zusammensetzung: gesalzen neben ungesalzen, fluoreszierend neben hell.
Deshalb bewahrt man sie in den Originalbeuteln oder in Schachteln mit Trennwänden auf, nicht lose durcheinander: durch Luft getrennte Köder wirken überhaupt nicht aufeinander ein.
Zusammengeklebte Köder sind nicht mehr zu retten
Zwei miteinander verschmolzene Köder lassen sich nur mit einem Riss der Oberfläche trennen, und ein gedehnter weicher Körper nimmt seine Form nicht wieder an: Er bleibt an der Zugstelle länger und dünner. Deshalb lautet die Frage nicht „wie trennt man sie“, sondern „wie verhindert man es“ — Köder durch Luft zu trennen kostet nichts, eine verdorbene Schachtel ist dagegen vollständig verloren.
Die Schachtel ist auch Kunststoff
Durchsichtige Schachteln aus sprödem Kunststoff werden durch Kontakt mit Gummiködern trüb, weich und verformen sich an den Andruckstellen dauerhaft. Schachteln, die für Gummiköder ausgelegt sind, werden aus einem anderen Kunststoff gefertigt — das wird gesondert angegeben, und das ist keine Marketing-Nebensächlichkeit.
Harte Köder leiden als Erste
Die Lackschicht eines Wobblers und die Farbe eines Blinkers halten dem Weichmacher nicht stand: An der Kontaktstelle entsteht ein matter Fleck, und danach löst sich die Beschichtung. Gummiköder bewahrt man nicht im selben Fach wie harte Köder auf — das ist der teuerste aller Aufbewahrungsfehler.
Der Originalbeutel ist auch Teil der Aufbewahrung
Im Beutel mit den Ködern befindet sich meist etwas Flüssigkeit oder Öl: Sie hält den Körper weich und verlangsamt den Austritt des Weichmachers. Ein weggeworfener Beutel beschleunigt das Austrocknen, deshalb bewahrt man die Köder häufiger einfach darin auf, statt sie in eine gemeinsame Schachtel umzufüllen.
Wärme beschleunigt alles zugleich
Ein aufgeheizter Fahrzeuginnenraum und direkte Sonne beschleunigen sowohl den Austritt des Weichmachers als auch das Verkleben: Eine auf dem Armaturenbrett vergessene Schachtel kann binnen eines Tages verderben. Man bewahrt die Köder im Dunkeln und bei Zimmertemperatur auf, zusammen mit den vom Körper entfernten Haken.