Essbare Gummiköder: was das wirklich ist
„Essbar“ nennt man einen Gummiköder, dessen Masse schon vor dem Gießen in die Form mit Salz und Aromastoffen versetzt wurde. Essen kann und soll man ihn nicht — der Name hat sich als Übersetzung des englischen edible eingebürgert und beschreibt die Zusammensetzung, nicht den Zweck.
Was genau beigemischt wird
Die Basis ist dieselbe wie bei einem gewöhnlichen Köder — PVC-Plastisol. Zusätzlich werden der Mischung Salz und Aromastoff zugesetzt, seltener Öl oder andere Duftträger. Die Zusätze sind im ganzen Körper verteilt und nicht außen aufgetragen, deshalb waschen sie sich nicht in den ersten Minuten im Wasser aus. Den Salzanteil gibt man auf der Packung nicht an, deshalb lassen sich zwei Köder nur nach Gewicht und im Griff vergleichen.
Wozu das gemacht wird
Das von den Herstellern genannte Ziel ist ein einziges: dass der Fisch, der den Köder genommen hat, ihn nicht sofort wieder ausspuckt und dem Angler Zeit zum Anhieb lässt. Diese Behauptung können wir nicht durch Messungen überprüfen und geben sie nicht als erwiesene Tatsache aus — es ist eine Angabe zu Zusammensetzung und Zweck, kein Messergebnis.
Womit man dafür bezahlt
Salz ist schwerer und spröder als Kunststoff: Ein gesalzener Köder ist merklich schwerer als derselbe ungesalzene Twister und reißt am Haken schneller. Die Lebensdauer eines einzelnen Köders sinkt, und das schlägt sich direkt in der Menge nieder, die man mitführen muss.
Der Geruch wirkt nicht ewig
Der Aromastoff wird im Wasser allmählich ausgewaschen und verflüchtigt sich an der Luft: Ein Köder aus einer lange geöffneten Packung riecht merklich schwächer als ein neuer aus derselben Charge, und das prüft man mit der Nase, statt es zu vermuten. Deshalb hält man geöffnete Packungen verschlossen und schüttet die Reste nicht in eine gemeinsame Schachtel.
Ein gesalzener Köder sinkt schneller
Salz ist schwerer als Kunststoff, deshalb hat dieselbe Form mit Salz mehr Gewicht und weniger Auftrieb. Bei gleicher Montage fällt ein gesalzener Köder schneller und gleitet kürzer als ein ungesalzener — das zeigt sich schon beim ersten Wurf und wird bei der Gewichtswahl berücksichtigt.
Salz und Metall nebeneinander
Salz im Köderkörper zieht Feuchtigkeit an, und Feuchtigkeit plus Metall ergeben Korrosion: Ein Haken, der wochenlang in einem gesalzenen Köder steckt, rostet an der Kontaktstelle. Deshalb nimmt man den Köder vom Haken, statt ihn „bis zum nächsten Mal“ in der Montage zu lassen.
Wie man ihn aufbewahrt
Gesalzene Köder bewahrt man getrennt von gewöhnlichen und getrennt von anderen Farben auf: Ihre Zusammensetzung ist anders, und bei Kontakt beschädigen sie ihre Nachbarn schneller. Mehr dazu in der Karte darüber, warum Gummiköder andere Köder beschädigen.