Balance-Köder: seitlich ausweichend
Der Balance-Köder ist ein waagerecht aufgehängter Köder mit Haken vorne, hinten und unten. Nach dem Hochreißen fällt er nicht geradlinig zurück, sondern weicht seitlich aus und kehrt in einem Bogen zur Senkrechten zurück.
Warum er seitlich ausweicht
Die Öse sitzt auf dem Rücken, etwa in der Körpermitte, nicht an der Nase. Der Zug geht deshalb nicht frontal wie beim Wobbler über die Tauchschaufel, sondern nach oben über den Rücken, und beim Hochziehen schießt der Balance-Köder schräg nach vorn zur Seite, statt geradlinig zu ziehen. Die Schwanzflosse dreht ihn auf dem Rückweg vollends herum – so entsteht der Bogen.
Was das dem Angler bringt
Unter einem einzigen Eisloch durchsucht der Balance-Köder eine Fläche, nicht nur die Wassersäule. Deshalb sucht man mit ihm aktiven Fisch: Er prüft den Kreis um den Punkt schneller ab, als es der Eisblinker tut, der sich an die Senkrechte hält.
Drei Haken statt einem
Vorne und hinten sind Haken fest eingegossen, unten hängt ein Drilling. So ein Satz fängt Fisch, der den Köder von jeder Seite nimmt, und hängt ebenso in allem fest, woran er vorbeikommt: Gras, Netz, Rand des Eislochs.
Was er nicht ist
Er ist kein Wobbler: Er hat keine Tauchschaufel und hält gar keine Tiefe. Und er ist kein Blechköder: Beim Blinker ist der Körper durchgehend und am Ende aufgehängt, hier aber am Rücken – und genau der Aufhängepunkt macht den ganzen Unterschied im Spiel aus.
Woher der Name kommt
Der am Rücken aufgehängte Körper ist ausbalanciert und bleibt von selbst waagerecht, ohne Zug von der Schnurseite. Genau dieses Gleichgewicht gab der Klasse ihren Namen – und es verschwindet als Erstes, wenn die Öse nicht am richtigen Platz sitzt.
Die Größe begrenzt das Eisloch
Der Balance-Köder wird durch das fertig gebohrte Eisloch abgesenkt. Es wirkt nur das, was unter das Eisloch passt. Er ist der einzige Köder des Abschnitts mit spürbarer Breite quer zum Körper: Der Drilling unten und die Schwanzflosse fügen dort Breite hinzu, wo der Eisblinker nichts dergleichen hat. Deshalb ist er als Einziger der Köder, der unter Umständen nicht durch ein enges Eisloch passt.
Seine Farbe ist Lack, nicht Metall
Der gegossene Körper glänzt selbst nicht: Er ist matt, und das gesamte sichtbare Signal des Balance-Köders ist die Beschichtung, ein Einsatz oder ein Punkt. Die Färbung ist hier also keine Kosmetik, sondern Teil der Konstruktion, und sie folgt denselben Regeln, die im Zweig über Farbe und Akustik des Köders erklärt sind.
Was innerhalb des Abschnitts steht
Zwei Karten: woraus der Balance-Köder besteht und wie er unter dem Eisloch läuft. Die erste handelt von Details, die sich nach dem Kauf nicht ändern lassen, die zweite davon, was der Angler mit der Hand tut und wodurch sich dieses Spiel leicht verderben lässt.