Was ist ein Balance-Köder
Der Balance-Köder ist ein gegossener, fischförmiger Körper, an einer Öse auf dem Rücken aufgehängt. Im Wasser hängt er waagerecht – genau diese Eigenschaft gab der Klasse ihren Namen.
Wie er aufgebaut ist
Der Körper wird aus schwerem Metall gegossen und lackiert. In Nase und Schwanz ist je ein Einzelhaken eingegossen, Hakenspitzen nach außen. Unten, etwa unter der Körpermitte, hängt an einem Ring oder einer Aufhängung ein Drilling. Am Schwanz sitzt eine Flosse, meist aus Kunststoff.
Die Öse in der Mitte ist das Hauptdetail
Ihre Position bestimmt, wie der Köder hängt und wohin er beim Hochziehen ausweicht. Eine nach vorn verschobene Öse senkt den Schwanz, eine nach hinten verschobene die Nase. Das ist der Charakter eines bestimmten Modells, keine Einstellung am Eisloch: Die Öse ist eingegossen und lässt sich nicht ersetzen, und sie zu verbiegen ist heikle Arbeit, nach der der Köder neu geprüft werden muss.
Der Schwanz, der kein Haken ist
Die Schwanzflosse fängt nichts – sie wirkt als Stabilisator und dreht den Köder auf dem Rückweg. Eine gebrochene oder verbogene Flosse ändert das Spiel, bevor es mit bloßem Auge auffällt, deshalb schüttet man Balance-Köder nicht zusammen mit schweren Blechködern in eine Box.
Haken, die sich nicht wechseln lassen
Eingegossene Haken lassen sich nicht abnehmen: Ist die Hakenspitze stumpf oder abgebrochen, wird der Köder entweder geschärft oder beiseitegelegt. Austauschbar bleibt nur der untere Drilling – er sitzt an einem Sprengring und wird mitsamt diesem gewechselt, genau wie beim Blechköder.
Woraus er gemacht wird
Der Körper wird aus Blei oder einer Bleilegierung gegossen: Man braucht Gewicht auf kleinem Volumen. Wo man auf Blei verzichtet, greift man zu dichteren oder härteren Metallen – der Unterschied zwischen ihnen ist in der Karte über Blei und seine Alternativen erklärt.
Einen Hohlraum gibt es nicht
Der Körper ist massiv, und das gesamte Gewicht des Köders ist er selbst. Deshalb ist der Balance-Köder bei gleicher Größe schwerer als der Wobbler, dessen Körper innen hohl ist, und er sinkt schneller und gleichmäßiger.
Was man am neuen Köder prüft
Drei Dinge, alle vor dem Wasser sichtbar: ob der Köder gerade hängt, wenn man ihn an der Öse hält; ob der untere Drilling frei am Ring pendelt; ob die Öse nicht mit Lack zugesetzt ist. Eine mit Lack zugesetzte Öse ändert das Spiel schon vor dem ersten Absenken ins Eisloch: Der Knoten sitzt dann schief in ihr, und der Köder weicht nur noch zu einer Seite aus.
Was man an ihm sieht
Die Farbe wirkt hier als Silhouette und Fleck: Unter dem Eis ist wenig Licht, und Details der Zeichnung liest der Fisch nicht. Deshalb baut man in den Körper oft einen nachleuchtenden Einsatz oder Punkt ein: Ein sichtbarer Punkt zählt hier mehr als eine Zeichnung. Wie lumineszierende Beschichtungen selbst aufgebaut sind, ist gesondert erklärt.