Fischsuppe im Kessel über dem Lagerfeuer
Die Fischsuppe über dem Lagerfeuer unterscheidet sich von der häuslichen nicht durch das Rezept, sondern durch die Reihenfolge der Handgriffe. Zu Hause kann man lange ziehen lassen, abschmecken, nachgießen; über dem Feuer gibt es das nicht — die Hitze lässt sich nicht am Drehknopf regeln, und alles entscheidet die Reihenfolge, in der man die Zutaten in den Kessel gibt. Das Gemüse kommt zuerst, weil es zwanzig Minuten braucht, der Fisch zuletzt, weil ihm zehn genügen.
Den zweiten Unterschied macht der Kessel selbst: Die dicken Wände halten die Hitze gleichmäßig, und das Wasser darin kocht nicht stürmisch, sondern „atmet“. Genau deshalb wird die Suppe aus dem Kessel klar, auch ohne dass man sie abseiht, während derselbe Fisch in einem dünnen Topf eine trübe Brühe gibt.
Der Fisch ist hier ein beliebiger aus dem Fang — Barsch, Zander, Karpfen, Brachse. Die klassische Fischsuppe entsteht aus gemischtem Fisch: Die kleinen geben den kräftigen Sud, die großen die Stücke auf dem Teller. Kommen in den Kessel nur Köpfe und Gräten, ist das schon ein anderes Gericht, näher an der Fischsuppe aus Karpfenköpfen.
Wenn es nicht auf Tempo, sondern auf einen klaren Sud ankommt, hilft Klare Fischsuppe vom Hecht. Kräftiger wird die Brühe dagegen bei Fischsuppe aus Karpfenköpfen, die allein aus Köpfen kocht.
Kaloriengehalt: 95kcal
Feuer entfachen und Fisch putzen
Gemüse einlegen
Gewürze zugeben
Fisch einlegen
Gar kochen
Kessel abnehmen und servieren
Notizen
- Die Kiemen werden auf jeden Fall entfernt. Sie sind der einzige Teil, der Bitterkeit abgibt, und die kocht nicht heraus — am Feuer lässt sich dieser Fehler durch Nachgießen von Wasser nicht mehr beheben.
- Mit der Kelle wird nicht umgerührt. Den Fisch im Kessel rührt man nach dem Einlegen überhaupt nicht mehr an: Gekochter Fisch hält genau so lange an der Gräte, wie ihn niemand berührt. Bei Bedarf rüttelt man den Kessel am Bügel.
- Gar ist er, wenn sich das Fleisch von der Gräte zu lösen beginnt. Länger darf man nicht kochen: In den nächsten fünf Minuten zerfällt der Fisch in Fasern, und statt einer Suppe mit Stücken bekommt man eine trübe Suppe mit nichts darin.
- Die Tomate ist nach Wunsch, und sie ist hier nicht des Geschmacks wegen dabei. Die Säure klärt die Brühe und nimmt dem Teichfisch etwas vom schlammigen Beigeschmack. Bei Flussfisch kann man sie weglassen.
- Das Gemüse wird grob geschnitten. Klein geschnittenes Gemüse zerkocht über offenem Feuer zu Brei, noch bevor die zweite Einlage aufkocht.
- Der Kessel kommt sofort vom Feuer. Die dicken Wände geben die Wärme lange ab, und über der Glut kocht die Suppe noch etwa zehn Minuten weiter, nachdem sie fertig scheint.
Rezept und Schritt-für-Schritt-Fotos — kolizhanka.net.ua.